Bitcoin (BTC) zeigte in der vergangenen Woche erste Anzeichen einer Erholung, nachdem die durchschnittlichen Funding-Raten der vergangenen 30 Tage wieder ins Plus gedreht hatten. Damit endete eine 84 Tage andauernde Phase negativer Funding-Raten - die längste derartige Serie seit Beginn der 2020er-Jahre.
Der Stimmungsumschwung unter Händlern deute auf eine allmähliche Verbesserung der Marktstimmung hin, auch wenn die breite Marktteilnahme weiterhin verhalten bleibe, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht von K33 Research.
Negative Funding-Phasen entstehen dem Bericht zufolge häufig durch eine defensivere Positionierung von Marktteilnehmern. Historisch seien solche Phasen oft mit begrenztem Abwärtspotenzial verbunden gewesen, was auf die Möglichkeit einer erneuten Aufwärtsbewegung hindeute, erklärte K33.
„Diese Phasen gingen in der Regel mit begrenztem Abwärtsdruck bei Bitcoin einher, während die Rückkehr zu positiven Funding-Raten historisch konstruktive, wenn auch oft schrittweise Erholungsphasen markierte“, schrieb K33-Researchchef Vetle Lunde.
Gleichzeitig seien die Spot-Handelsvolumina auf den niedrigsten Stand seit Dezember gefallen. Das deute sowohl bei privaten als auch institutionellen Anlegern auf mangelnde Überzeugung hin. Nach Angaben des Analysehauses handelt es sich zudem um das niedrigste Spot-Volumen innerhalb eines rollierenden Sieben-Tage-Zeitraums seit Februar 2024.
„Das höchste tägliche Spot-Volumen innerhalb eines rollierenden Sieben-Tage-Fensters war seit dem 7. Februar 2024 nicht mehr so niedrig und unterstreicht den zuletzt auffallend trägen Markt“, schrieb K33.
Auch die Bestände börsengehandelter Bitcoin-Produkte (ETPs) seien auf das Niveau vom Februar zurückgefallen, was die Abschwächung nachhaltiger Kapitalzuflüsse zusätzlich verdeutliche.
„Die stärkere Beziehung zwischen ETP-Zuflüssen und den Bitcoin-Renditen spiegelt wahrscheinlich den nachlassenden Einfluss anderer angebotsseitiger Faktoren wider, insbesondere des Verkaufsdrucks auf der Blockchain. Die schwächere Beziehung im Jahr 2025 dürfte auf ungewöhnlich starke Verkäufe langfristiger Investoren zurückzuführen sein, während Bitcoin nahe seiner Rekordstände gehandelt wurde“, ergänzte das Unternehmen.
Daten des Handelsunternehmens Wintermute stützen diese Einschätzung und verweisen auf einen deutlichen Rückgang der institutionellen Nachfrage. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der vergangenen Woche Abflüsse von rund 1,26 Milliarden US-Dollar. Damit setzte sich die zweite Woche in Folge mit Mittelabzügen fort, die sich binnen 14 Tagen auf mehr als 2 Milliarden Dollar summierten.
Zuvor hatten sechs Wochen kontinuierlicher Zuflüsse Bitcoin im April von 70.000 auf 80.000 US-Dollar steigen lassen.
„Zwei Wochen mit ETF-Abflüssen von jeweils mehr als einer Milliarde Dollar nach sechs Wochen mit Zuflüssen zeigen, dass institutionelle Investoren die Kursstärke nutzen, um einen Teil der jüngsten positiven Kursentwicklung mitzunehmen“, erklärte Wintermute.
Das Unternehmen ergänzte, dass sich der institutionelle Kaufdruck, der zuvor die Kursentwicklung gestützt habe, inzwischen umgekehrt habe, da Investoren ihre Kapitalallokation auf dem aktuellen Kursniveau neu bewerteten.
Besonders bemerkenswert sei dieser Wandel vor dem Hintergrund verbesserter makroökonomischer Rahmenbedingungen, darunter sinkende Renditen und anhaltend starke Aktienmärkte, insbesondere im KI-Sektor. Unter normalen Umständen würde ein solches Umfeld als Unterstützung für Kryptowährungen gelten, doch Bitcoin habe bislang kaum darauf reagiert.
Unterdessen bleibe die Aktivität am Markt für Altcoins selektiv. Wintermute zufolge hebt sich insbesondere HYPE mit starken Zuflüssen und anhaltender Akkumulation hervor, was darauf hindeute, dass sich der Token zunehmend vom breiteren Markt entkoppele.