Silber (XAG/USD) steht am Montag unter Druck und fällt zum Zeitpunkt der Erstellung um 0,79% auf rund 65,70 USD. Das weiße Metall spürt die Auswirkungen des starken US-Arbeitsmarktberichts, der die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed) neu entfacht hat und den US-Dollar (USD) stützt.
Der am Freitag veröffentlichte Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht zeigte, dass die US-Wirtschaft im August 162.000 Stellen geschaffen hat, deutlich mehr als die Markterwartung von 56.000. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,1% und damit im Rahmen der Erwartungen, während das jährliche Wachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne leicht von zuvor 3,2% auf 3,1% nachließ.
Diese Zahlen untermauern die Ansicht, dass der US-Arbeitsmarkt weiterhin stark genug ist, damit die Fed an einer restriktiven geldpolitischen Haltung festhalten kann. Inflationsrisiken infolge höherer Energiepreise tragen ebenfalls zu den Erwartungen bei, dass es bereits auf der nächsten Sitzung der Zentralbank zu einer möglichen Zinserhöhung kommen könnte.
Die Aussicht auf höhere US-Zinsen ist ein negativer Faktor für Silber, das keine Rendite abwirft. Gleichzeitig stützt sie den US-Dollar und macht das Edelmetall für Anleger, die andere Währungen verwenden, teurer.
Die Erwartungen an eine geldpolitische Straffung bleiben jedoch von den eingehenden Daten abhängig. Fed-Gouverneur Christopher Waller sagte am Donnerstag, dass er es bevorzugen würde, die Zinsen unverändert zu lassen, wenn die anstehenden Indikatoren bestätigen, dass der Inflationsdruck nachlässt.
Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich daher auf den US-Erzeugerpreisindex (EPI) und den Verbraucherpreisindex (VPI), die am Donnerstag bzw. Freitag veröffentlicht werden. Diese Veröffentlichungen dürften neue Hinweise auf den Inflationsverlauf liefern und könnten eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Erwartungen für die nächste geldpolitische Entscheidung der Fed spielen.
Unterdessen halten die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus eine geopolitische Risikoprämie an den Finanzmärkten aufrecht. US-Streitkräfte griffen am Samstag drei iranische Öltanker an, während das Korps der Islamischen Revolutionsgarden des Iran erklärte, es habe als Vergeltung sechs Schiffe ins Visier genommen.
Der gegenseitige Angriffsaustausch schürt Sorgen über die Sicherheit der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Wasserstraße und das Risiko längerer Unterbrechungen der Energieversorgung aus dem Nahen Osten. Dieses Umfeld stützt die Energiepreise und verstärkt die Inflationsrisiken, was die Erwartungen an eine restriktive Geldpolitik der Fed potenziell hoch halten könnte.
Geopolitische Spannungen könnten jedoch die Abwärtsbewegung von Silber begrenzen, da sie gleichzeitig die Nachfrage nach sicheren Häfen anheizen. Das weiße Metall bleibt daher zwischen möglicher Unterstützung durch defensive Zuflüsse und Druck durch höhere US-Zinserwartungen sowie einen stärkeren US-Dollar gefangen.
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.