West Texas Intermediate (WTI), Futures an der NYMEX, dreht sich am Montag im europäischen Handel auf fast 89,50 USD ins Minus. Der Ölpreis steht weiterhin über der Marke von 90 USD unter Verkaufsdruck, obwohl die Finanzmärkte angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran von anhaltenden globalen Risiken für die Energieversorgung ausgehen.
Im jüngsten Vorfall wurde Iran am Wochenende dabei gesehen, wie es drei Öltanker angriff, die versuchten, die Straße von Hormus zu passieren, einen kritischen Engpass für fast 20 % der globalen Energieversorgung, als Vergeltung für US-Angriffe auf iranische Tanker, berichtete Bloomberg.
Analysten der Danske Bank weisen darauf hin, dass erneute US-Iran-Angriffe auf die kommerzielle Schifffahrt rund um Hormus Sorgen über anhaltende Unterbrechungen der Energieflüsse aus dem Nahen Osten verstärken.
Strategen bei ING sehen den Ölmarkt ebenfalls weiterhin "gut unterstützt, mit wenig Anzeichen für Frieden zwischen den USA und Iran," da sich die geopolitischen Risiken im Persischen Golf verschärfen. Sie fügten hinzu, dass Teherans Pläne, eine neue Sperrzone außerhalb von Hormus durchzusetzen, "zusätzliche Schiffe im Golf von Oman gefährden" könnten.
Unterdessen ließ die OPEC+ am Sonntag ihre Ölproduktionspolitik für Oktober unverändert.
Laut einem Reuters-Bericht dürfte die Gruppe im vierten Quartal weitere Produktionssteigerungen pausieren, während sie die Quoten-Baselines für 2027 überprüft.
Danske Bank warnt, dass "die Fähigkeit der OPEC+, das tatsächliche Angebot und die Preise zu steuern, begrenzt bleibt, solange der Iran-Konflikt weiterhin die Flüsse durch die Straße von Hormus stört".

Im Tageschart notiert WTI US Oil bei 89,74 USD und behält einen bullischen kurzfristigen Bias bei, da es deutlich über dem 20-Tage Exponential Moving Average (EMA) bei rund 85,27 USD liegt.
Der steigende EMA deutet auf einen zugrunde liegenden Aufwärtstrend hin, während der Relative Strength Index (RSI) um 63 auf ein festes, aber noch nicht überkauftes bullishes Momentum hindeutet, was darauf schließen lässt, dass Rücksetzer wahrscheinlich Kaufinteresse anziehen, solange der Preis über dem kurzfristigen Durchschnitt bleibt.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim jüngsten Preispivot nahe 89,74 USD, mit stärkerer technischer Unterstützung beim 20-Tage EMA um 85,27 USD, falls sich ein tieferer Pullback entwickelt. Auf der Oberseite stellt das Intraday-Hoch bei 91,09 USD die unmittelbare Widerstandszone dar, gefolgt von einem fast Drei-Monats-Hoch bei 92,25 USD.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.