Silber (XAG/USD) gibt am Dienstag nach und notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 65,00 USD, was einem Minus von 1,20% im Tagesverlauf entspricht. Das weiße Metall bleibt jedoch weiterhin in der Konsolidierungsspanne gefangen, die den Handel seit etwa einer Woche prägt, da gegensätzliche Kräfte eine klare Richtung verhindern.
Der geldpolitische Ausblick in den Vereinigten Staaten (US) bleibt einer der Haupttreiber der Silberpreise. Jüngste schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten haben Anleger dazu veranlasst, ihre Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) auf ihrer September-Sitzung zurückzuschrauben.
Die Schwäche am US-Arbeitsmarkt trägt zu dieser Verschiebung der Erwartungen bei. Der jüngste Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls, NFP) für Juli überraschte negativ, während jüngste Inflations- und Konsumausgabendaten den Druck für eine weitere geldpolitische Straffung ebenfalls verringert haben.
Laut dem CME FedWatch Tool sehen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von rund 35% für eine Zinserhöhung der Fed im September, nach 47% vor einem Monat. Geringere Erwartungen an höhere Zinsen stützen in der Regel Silber, da niedrigere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten nicht-verzinslicher Vermögenswerte senken.
Diese Unterstützung wird jedoch durch den starken Anstieg der Energiepreise inmitten anhaltender Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran ausgeglichen. Das Ausbleiben einer Verlängerung des Waffenstillstandsabkommens und die Unsicherheit rund um die Seeblockade iranischer Häfen schüren Sorgen über die weltweite Energieversorgung.
Höhere Ölpreise könnten daher weltweit erneut Inflationsdruck auslösen. Eine durch Energie getriebene Inflation könnte große Zentralbanken dazu veranlassen, die Geldpolitik länger restriktiv zu halten oder sogar weitere Zinserhöhungen in Betracht zu ziehen, was für nicht-verzinsliche Edelmetalle wie Silber ein Gegenwind wäre.
Zugleich bieten geopolitische Spannungen dem weißen Metall durch die Nachfrage nach sicheren Häfen eine gewisse Unterstützung. Die Unsicherheit über die Beziehungen zwischen Washington und Teheran hält Silber daher zwischen Inflationsrisiken infolge höherer Energiepreise und defensiven Zuflüssen aufgrund geopolitischer Spannungen gefangen.
Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf das Protokoll der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) im Juli, das am Mittwoch veröffentlicht wird. Das Dokument könnte weitere Einblicke darin geben, wie Fed-Vertreter das Risikogleichgewicht einschätzen und wie bereit sie sind, die geldpolitische Straffung angesichts jüngster Anzeichen einer Verlangsamung der US-Wirtschaft fortzusetzen.
Vor diesem Hintergrund könnte Silber empfindlich auf Veränderungen der US-Zinserwartungen reagieren. Ein weniger restriktiver Ton im Protokoll könnte die Renditen von US-Staatsanleihen und den US-Dollar (USD) belasten und damit das Edelmetall potenziell stützen, während anhaltende Inflationssorgen sein Erholungspotenzial weiterhin begrenzen könnten.
Im Ein-Stunden-Chart notiert XAG/USD bei 65,00 USD und behält damit kurzfristig einen bärischen Ton bei, da der Preis unter den 100-Stunden-Simple Moving Average (SMA) bei 65,26 USD gefallen ist, während er sich weiterhin über dem 200-Stunden-SMA bei 64,47 USD hält. Diese Positionierung deutet darauf hin, dass der jüngste Pullback den kurzfristigen Trend unter Druck setzt, wobei der längerfristige Durchschnitt vorerst stützt. Der Relative Strength Index (RSI) bei 41,38 bleibt im leicht bärischen Bereich und signalisiert nachlassendes Aufwärtsmomentum statt eines klar überverkauften Zustands.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 200-Stunden-SMA um 64,47 USD, gefolgt von einer horizontalen Marke nahe 64,20 USD, bevor tiefere Unterstützungen bei 63,51 USD und 63,00 USD warten. Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim 100-Stunden-SMA bei 65,26 USD; eine nachhaltige Erholung über diese Barriere würde den Weg zum nächsten markanten Deckel bei 66,80 USD öffnen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)