Gold (XAU/USD) tritt nach einem Rutsch auf ein Mehrwochentief während der asiatischen Sitzung am Mittwoch in eine bärische Konsolidierungsphase ein, hält sich jedoch über der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 Dollar. Ein schwächerer Ton beim US-Dollar (USD) bietet dem Edelmetall etwas Unterstützung. Allerdings dürfte eine erneute Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran das Abwärtspotenzial des Greenback begrenzen. Darüber hinaus könnten Händler abwarten, bis das Ergebnis der zweitägigen FOMC-Sitzung mehr Hinweise auf den weiteren Verlauf der US-Zinsen liefert, was die USD-Nachfrage beeinflussen und dem zinslosen gelben Metall neuen, spürbaren Impuls geben dürfte.
In den jüngsten Entwicklungen rund um die Nahost-Krise starteten die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) am späten Dienstag einen Überraschungsangriff und zielten mit mehreren ballistischen Raketen auf US-Streitkräfte im Nahen Osten. Alle iranischen Raketen seien erfolgreich abgefangen worden, teilte das US Central Command (Centcom) in einem Beitrag auf X mit und fügte hinzu, dass die US-Streitkräfte weiterhin wachsam und in hoher Bereitschaft seien. In einer anschließenden Erklärung sagte Centcom, dass US- und saudische Streitkräfte mehrere Terror-Logistik- und Waffenstandorte im Osten des Irak angegriffen hätten, als Vergeltung für mehr als 30 Drohnenangriffe in den vergangenen drei Tagen durch mit dem Iran verbundene Terroristen.
Unterdessen warnte Präsident Donald Trump erneut, dass die USA bei einem Scheitern diplomatischer Bemühungen, die Krise rasch zu lösen, zu starken militärischen Maßnahmen gegen den Iran zurückkehren und wichtige iranische Infrastruktur ins Visier nehmen würden. Dies hält die geopolitische Risikoprämie im Spiel und sollte den sicheren Hafen USD stützen. Hinzu kommen Sorgen über erhebliche Störungen der weltweiten Energieversorgung, die eine kräftige Erholung der Rohölpreise auslösen, Inflationsängste neu entfachen und die Wetten auf mindestens eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank stärken. Die mit dem Iran verbündeten Huthi im Jemen feuerten Raketen auf einen saudischen Öltanker ab, weil dieser das für saudische Schiffe verhängte Seeverkehrsverbot verletzt habe.
Dies kommt zusätzlich zur US-Iran-Konfrontation über die Straße von Hormus und hilft den Rohölpreisen, sich von einem am Dienstag erreichten Mehrwochentief deutlich zu erholen. Der fundamentale Hintergrund bestätigt den kurzfristig positiven Ausblick für den USD und mahnt zur Vorsicht, bevor auf eine nennenswerte Aufwertung des Goldpreises gesetzt wird.
Die jüngste seit dem 19. Juni innerhalb einer Handelsspanne verlaufende Preisentwicklung könnte vor dem Hintergrund eines Durchbruchs unter den technisch bedeutenden 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) als bärische Konsolidierungsphase eingestuft werden. Zudem deutet die große Lücke zwischen dem Spotpreis und diesem längerfristigen SMA darauf hin, dass der breitere Trend trotz einer gewissen jüngsten Stabilisierung weiterhin unter Druck steht.
Unterdessen pendelt der Relative Strength Index (RSI) um 43 und hält das Momentum im leicht negativen Bereich. Allerdings steigt der Moving Average Convergence Divergence (MACD) leicht an und deutet innerhalb einer weiterhin gedrückten Struktur auf einen vorsichtigen Erholungsversuch hin. Daher dürfte jede Erholung weiterhin auf ein unmittelbares Hindernis nahe der Marke von 4.050 USD stoßen.
Darüber hinaus sollte die obere Begrenzung der Handelsspanne nahe 4.200 USD als wichtige Hürde gelten. Ein Tagesschluss darüber wäre erforderlich, um die breitere bärische Tendenz zu entschärfen und den Weg für einen nachhaltigeren Anstieg zum 200-Tage-SMA bei 4.493,65 USD zu ebnen.
Auf der Abwärtsseite könnten die Marke von 4.000 USD, gefolgt vom Bereich um 3.965 USD bzw. dem unteren Ende der Handelsspanne, dem Rohstoff etwas Unterstützung bieten. Dennoch bleibt das Paar XAU/USD anfällig für weitere Rückgänge, solange es den Käufern nicht gelingt, eine Basis oberhalb der genannten Unterstützungsniveaus zu bilden.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.