TradingKey – Am 17. Juli (US-Ostküstenzeit) eskalierte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter. Die beiden wichtigsten Rohöl-Futures legten erneut zu und kehrten auf das Preisniveau von Mitte Juni zurück. Bei Redaktionsschluss stiegen die WTI-Rohöl-Futures um über 3 % auf 81,05 US-Dollar, während die Brent-Rohöl-Futures ebenfalls um über 3 % auf 87,01 US-Dollar kletterten.

Quelle: FutuBull
Die iranischen Revolutionsgarden gaben eine weitere Erklärung ab: Als Reaktion auf die aggressiven Handlungen des US-Militärs haben wir das Kommandozentrum für Spezialoperationen des US-Militärs auf dem Militärstützpunkt Al-Tanf in Syrien angegriffen. Dabei wurden ein Radarsystem sowie mehrere für Spezialoperationen genutzte Hubschrauber zerstört, was zum Tod von US-Militärangehörigen führte. Der Iran behält die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus. Solange die aggressiven Handlungen der USA andauern, wird kein einziger Tropfen Öl oder Erdgas aus dieser Region exportiert.
Unterdessen haben die USA die sechste Nacht in Folge Luftangriffe gegen den Iran geflogen. Das US Central Command erklärte gestern Abend, es habe seine jüngste Runde groß angelegter Angriffe gegen den Iran abgeschlossen. Dabei wurden Dutzende militärische Ziele getroffen, darunter Luftabwehrsysteme, logistische Infrastruktur und maritime Einsatzfähigkeiten.
Da das im vergangenen Monat zwischen den USA und dem Iran geschlossene, fragile Waffenstillstandsabkommen weitere Risse zeigt, eskaliert die Konfrontation zwischen den beiden Seiten immer weiter.
Steigende Risiken beim Energietransport stützen die Ölpreise erheblich. Auf die Straße von Hormus entfallen rund 20 % des weltweit auf dem Seeweg transportierten Rohöls, während das Rote Meer, das an den Sueskanal anschließt, als Energieknotenpunkt zwischen Europa und Asien dient. Sollten beide Schlüsselkanäle gleichzeitig blockiert werden, würde dies die weltweiten Unterbrechungen der Rohölversorgung verschärfen und die Risikoprämien am Markt in die Höhe treiben.
Derzeit sind die Schiffspassagen durch die Straße von Hormus zurückgegangen, und einige Reedereien entscheiden sich für Umleitungen. Dies treibt sowohl die Frachtkosten als auch die Versicherungsprämien in die Höhe und verstärkt die Erwartungen an ein knapperes Angebot. Obwohl es derzeit keine wesentlichen Veränderungen bei den weltweiten Rohölbeständen oder der Produktion der wichtigsten ölfördernden Länder gibt, sind die Unsicherheiten im Schiffsverkehr zum Haupttreiber für die steigenden Ölpreise geworden.
Der Markt konzentriert sich derzeit auf die Entwicklung der Lage im Nahen Osten und die Richtung von Ausbrüchen aus den Ölpreis-Handelsspannen: Eine Verschlechterung der Lage würde Raum für einen weiteren Anstieg der Ölpreise eröffnen, während eine Entspannung der Spannungen einen Rückgang der Risikoprämien auslösen könnte.