Der Goldpreis (XAU/USD) wird am Dienstag im frühen asiatischen Handel mit leichten Verlusten um 4.325 USD gehandelt. Das Edelmetall bleibt angesichts der Unsicherheit im Nahen Osten und steigender Wetten auf eine Zinserhöhung in den USA in der Nähe seines Tiefststands seit dem 24. März unter Druck.
Bloomberg berichtete am Montag, dass Iran und Israel sich darauf geeinigt haben, ihre Angriffe gegeneinander zu reduzieren, nachdem eine Eskalation der Gewalt die Friedensverhandlungen zu gefährden drohte und US-Präsident Donald Trump zu einer Deeskalation aufrief.
Iran hatte zuvor das Ende seiner Militäroperationen gegen Israel angekündigt. Das zentrale Militärkommando warnte jedoch, dass, falls Israel weiterhin angreift, auch im Süden des Libanon, „viel härtere und vernichtendere Maßnahmen als zuvor folgen werden.“
Händler werden die Entwicklungen im Nahost-Konflikt genau beobachten. Die steigenden Spannungen in der Region schüren weiterhin Sorgen über Inflation und Erwartungen an anhaltend hohe Zinssätze.
Darüber hinaus stärkten starke US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed). Es ist zu beachten, dass Gold oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Händler preisen nun laut dem CME FedWatch Tool eine 43%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im Dezember ein, nach nur etwa 14% vor einem Monat. Die Marktteilnehmer bereiten sich auf die US-Verbraucherpreisindex-Daten (CPI) am Mittwoch und die Erzeugerpreisindex-Daten (PPI) am Donnerstag vor, um weitere Hinweise auf den Zinspfad der Fed zu erhalten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.