Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am Montag im frühen asiatischen Handel auf rund 4.680 USD. Das Edelmetall zieht angesichts des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten einige Verkäufer an. Die Händler bereiten sich auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch vor, bei der keine Änderung der Zinssätze erwartet wird.
Die Unsicherheit im Nahen Osten bleibt hoch, da die Friedensgespräche über den Iran-Krieg ins Stocken geraten sind. US-Präsident Donald Trump sagte Jared Kushner und Steve Witkoff, die Reise nach Pakistan, das die Gespräche vermittelt, ab und erklärte, Iran habe „viel angeboten, aber nicht genug.“ Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, sein Land werde keine „aufgezwungenen Verhandlungen unter Drohungen oder Blockade“ eingehen.
Unterdessen sagte der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu laut BBC, er habe das Militär angewiesen, „Hezbollah-Ziele“ im Libanon „energisch anzugreifen“. Die steigenden Spannungen im Nahen Osten haben die Rohölpreise steigen lassen, was Inflationsängste schürt und die Hürde für Zinssenkungen erhöht. Gold wird oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt, bringt aber keine Zinsen, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Es wird allgemein erwartet, dass die Fed die Zinssätze bei ihrer bevorstehenden April-Sitzung unverändert lässt. Die Händler werden die Pressekonferenz der Fed genau beobachten, um weitere Hinweise darauf zu erhalten, wie die Entscheidungsträger die Auswirkungen höherer Energiekosten bewerten und ob dies ihre längerfristige Zinserwartung verändert.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.