USD/CAD bleibt zum zweiten Mal in Folge schwach und wird am Montag während der asiatischen Handelszeiten bei rund 1,3660 gehandelt. Das Paar verliert an Boden, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch höhere Ölpreise erhält, da Kanada der größte Rohöl-Exporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl erhält Unterstützung, nachdem er am Vortag Verluste von 2,4 % verzeichnete, und wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 94,00 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise steigen aufgrund zunehmender Angebotsängste im Zuge der ins Stocken geratenen US-Iran-Friedensgespräche. US-Präsident Donald Trump sagte die Delegation nach Pakistan ab, die möglicherweise direkt mit dem Iran verhandeln sollte.
Präsident Trump teilte am Samstag Jared Kushner und Steve Witkoff mit, die Reise nach Pakistan, das die Gespräche vermittelt, nicht anzutreten, und erklärte, der Iran habe „viel angeboten, aber nicht genug“. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, sein Land werde sich nicht auf „aufgezwungene Verhandlungen unter Drohungen oder Blockade“ einlassen.
Unterdessen bleibt der Verkehr durch die strategische Wasserstraße aufgrund der Kontrollen Irans und der US-Blockade der Marine weitgehend eingeschränkt, was die Befürchtungen vor anhaltenden Unterbrechungen verstärkt und die Rohölpreise weiter stützt.
Das Paar USD/CAD bleibt ebenfalls schwach, da der US-Dollar (USD) trotz einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Häfen zum zweiten Mal in Folge Verluste verzeichnet, während der Waffenstillstand unter Druck gerät und Israel sowie die Hisbollah trotz einer von den USA vermittelten Verlängerung, die die Kämpfe für drei Wochen stoppen sollte, die Angriffe eskalieren.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.