Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl baut seine jüngsten Gewinne vom Vortag ab und wird während der asiatischen Handelsstunden am Freitag um etwa 89,60 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise geben nach, da nachlassende Angebotsbedenken vor den erwarteten Gesprächen zwischen Washington und Teheran am Wochenende erwartet werden.
US-Präsident Donald Trump erklärte, dass Teheran Bedingungen zugestimmt habe, darunter die Aufgabe nuklearer Ambitionen, das Angebot von „kostenlosem Öl“ und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, obwohl Iran diese Behauptungen nicht bestätigt hat. Trump zeigte sich zudem optimistisch, dass beide Nationen vor Ablauf der Frist in der nächsten Woche eine dauerhafte Waffenruhe erreichen könnten.
Darüber hinaus sagte Trump am Donnerstag, dass er Gespräche mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu geführt habe. Er fügte hinzu, dass Israel und Libanon sich auf eine 10-tägige Waffenruhe geeinigt hätten, die um 17 Uhr ET in Kraft treten soll.
Jedoch berichtete CNN, dass der Libanon Israel beschuldigte, „mehrere Aggressionsakte“ durchgeführt zu haben, und stellte fest, dass intermittierender Beschuss mehrere Dörfer im Süden Libanons betroffen habe. Die Armee forderte die Bewohner zudem auf, die Rückkehr in Städte und Dörfer im Süden angesichts der gemeldeten Verstöße gegen den Waffenstillstand zu verzögern.
Unterdessen bleibt die Straße von Hormus aufgrund einer doppelten US–Iran-Blockade effektiv geschlossen, was die Märkte angesichts weiterer Störungen der globalen Energieflüsse in Alarmbereitschaft hält. ING-Analysten schätzen, dass durch die Schließung etwa 13 Millionen Barrel Öl pro Tag an Angebot unterbrochen wurden.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.