West Texas Intermediate (WTI) US-Öl wird am Montag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 95,70 USD pro Barrel gehandelt, was einem Tagesanstieg von 5,90 % entspricht, jedoch weiterhin Schwierigkeiten bereitet, die 100-USD-Marke nach der starken Volatilität der letzten Woche zurückzuerobern.
Die Erholung erfolgt, während die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin Befürchtungen über Versorgungsunterbrechungen schüren. Der Präsident der Vereinigten Staaten (US), Donald Trump, kündigte an, dass er das US-Militär angewiesen habe, ab Montag um 10:00 Uhr Eastern Time Schiffe daran zu hindern, iranische Häfen zu betreten oder zu verlassen. Die Maßnahme zielt darauf ab, den Druck auf Teheran und auf Länder, die iranisches Rohöl importieren, insbesondere China, das weiterhin ein wichtiger Käufer ist, zu erhöhen.
Die Straße von Hormus, durch die etwa 20 % des weltweiten Ölangebots transportiert werden, steht weiterhin im Mittelpunkt der Marktbedenken. Laut Standard Chartered ist die Wasserstraße seit Ende Februar faktisch geschlossen, der Tankerverkehr ist eingebrochen und die Exporte von Golf-Rohöl sind zwischen Februar und März um etwa 43 % zurückgegangen, wodurch etwa 11 Millionen Barrel pro Tag Produktion effektiv offline sind.
Der Zusammenbruch der Friedensgespräche zwischen Washington und Teheran am Wochenende hat die Versorgungsängste weiter verstärkt. Die Märkte bleiben jedoch vorsichtig, da eine zweiwöchige Waffenruhe weiterhin gilt und vorerst Bestand hat, was die Erwartungen an eine weitere Verhandlungsrunde aufrechterhält.
Unterdessen hat Saudi-Arabien die volle Förderkapazität seiner Ost-West-Pipeline auf etwa sieben Millionen Barrel pro Tag wiederhergestellt, was eine alternative Exportroute über das Rote Meer bietet und die Sorgen über unterbrochene Flüsse durch den Golf teilweise mildert.
Insgesamt führt die Kombination aus geopolitischem Risiko und anhaltenden Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte dazu, dass die Ölpreise zwischen Versorgungsengpassängsten und Erwartungen, dass sich die Spannungen schließlich entspannen könnten, gefangen sind, wodurch WTI trotz der starken Erholung deutlich unter den Höchstständen der letzten Woche von über 106 USD gehandelt wird.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.