Der Goldpreis konsolidiert am Dienstag während der nordamerikanischen Sitzung um die Marke von $5.000, mit einem Rückgang von 0,11% aufgrund der allgemeinen Schwäche des US-Dollars und fallender US-Staatsanleihenrenditen. Höhere Rohölpreise, bedingt durch den Konflikt im Nahen Osten, der in die dritte Woche geht, drückten die Goldpreise nach unten, da Verkäufer einen Test der wichtigen Unterstützungsniveaus anvisieren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei $4.996 gehandelt.
Die Edelmetallpreise begannen die Woche mit einem Rückgang, obwohl der Iran-Krieg in die dritte Woche geht, ohne Anzeichen einer Deeskalation in naher Zukunft. Dennoch erhöhte der Anstieg der Ölpreise die sichere Hafenattraktivität des US-Dollars im Vergleich zu Gold.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs anderen Währungen misst, liegt bei 99,54 und ist um 0,28% gefallen. Obwohl der US-Dollar abwertet, haben Händler weiterhin Gewinne bei Gold realisiert, nachdem das gelbe Metall die erste Hälfte des März über der $5.000-Marke verbracht hat.
Die Renditen von US-Staatsanleihen fallen ebenfalls, wobei die Rendite der 10-jährigen T-Note um fast zwei Basispunkte auf 4,2% gesunken ist.
Störungen in der Straße von Hormuz treiben die Ölpreise nach oben. Bisher ist der Western Texas Intermediate (WTI), der US-Rohöl-Benchmark, um fast 3% auf $96,13 pro Barrel gestiegen.
In Bezug auf die Daten enthält die US-Wirtschaftsagenda Arbeitsmarktdaten, wobei der 4-Wochen-Durchschnitt der ADP-Beschäftigungsänderung von 14,75K auf 9K gesunken ist. Gleichzeitig verbesserten sich die ausstehenden Hausverkäufe für Februar deutlich nach einem Rückgang von 1% im Januar und stiegen um 1,8% im Monatsvergleich.
In der kommenden Zeit werden Händler die geldpolitische Sitzung der Federal Reserve im Auge behalten, die am Dienstag begann und voraussichtlich am Mittwoch endet, mit der geldpolitischen Erklärung und der Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP).
Die Geldmärkte erwarten, dass die Fed die Zinsen bei der Sitzung im März unverändert lässt und nur 25 Basispunkte Lockerung gegen Ende des Jahres anvisiert. Nach der Entscheidung der Fed richten die Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Pressekonferenz von Federal Reserve Chair Jerome Powell.

In der Zwischenzeit verhindern Ängste, dass die Inflation aufgrund des Iran-Kriegs steigen könnte, zusammen mit Versandstörungen in der Straße von Hormuz, dass die Zentralbanken die Geldpolitik weiter lockern.
Der Goldpreis konsolidiert sich um die $5.000-Marke vor der Sitzung der Federal Reserve, ohne Anzeichen, dass er seine Gewinne über die $5.050-Marke ausweiten kann. Auf der Unterseite ist die erste wichtige Unterstützung für das Edelmetall der 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei $4.952, bevor es in Richtung der $4.900-Marke taucht.
Das Momentum ist rückläufig, obwohl der Relative Strength Index (RSI) flach ist, was auf die mangelnde Stärke von Käufern und Verkäufern hinweist.
Für eine bullische Fortsetzung muss XAU/USD die $5.050 durchbrechen, gefolgt vom Tageshoch vom 10. März bei $5.238. Ein Durchbruch des Letzteren wird die $5.300-Marke freilegen, wobei das nächste Interessengebiet bei $5.419, dem Zyklushoch vom 2. März, liegt.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.