West Texas Intermediate (WTI) Rohöl kürzt einen Teil der früheren Gewinne und bewegt sich am Dienstag nach unten, da die Händler Schwierigkeiten haben, die Rallye auf erhöhtem Niveau fortzusetzen, während sie weiterhin die geopolitischen Entwicklungen rund um den US-Iran-Krieg und die anhaltenden Versorgungsstörungen durch die Straße von Hormuz bewerten.
Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt WTI bei etwa 94,85 USD und gibt von dem Tageshoch von 97,36 USD nach, das während der europäischen Handelszeit erreicht wurde.
Das Fehlen von Aufwärtsdynamik deutet darauf hin, dass die Märkte die aktuelle Situation weitgehend eingepreist haben, obwohl die Unsicherheit hoch bleibt, da der Konflikt keine klaren Anzeichen einer Deeskalation zeigt. Der Iran zielt weiterhin auf wichtige Energieinfrastrukturen im Persischen Golf ab, was die globale Versorgung weiter belastet und hilft, den Rückgang der Rohölpreise trotz des jüngsten Rücksetzers zu begrenzen.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz bleibt ein zentrales Thema im US-Iran-Krieg, obwohl die Märkte etwas Entlastung sehen, da die begrenzten Flüsse weiterhin bestehen. Mehrere Länder, darunter China, Indien, Pakistan und die Türkei, sichern oder suchen den Durchgang ihrer Schiffe durch Gespräche mit dem Iran, während auch europäische Nationen wie Frankreich und Italien in Gesprächen sind.
In der Zwischenzeit sagte der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, dass es Zeit brauchen werde, bis der globale Energiehandel sich erholt, und fügte hinzu, dass die Agentur bereit sei, zusätzliche Bestände freizugeben, falls erforderlich.
Irans Außenminister Abbas Araghchi sagte kürzlich, dass die Straße von Hormuz nur für "Feinde und diejenigen, die ihre Aggression unterstützen" geschlossen werde, so die iranische Nachrichtenagentur SNN.
Separat bat US-Präsident Donald Trump die verbündeten Nationen, die auf die Route angewiesen sind, zu helfen, die Straße von Hormuz zu sichern und Kriegsschiffe zu entsenden. Allerdings haben mehrere wichtige US-Verbündete sich geweigert, diese zu entsenden.
Arsenio Dominguez, Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO), sagte, dass Marine-Eskorten durch die Straße von Hormuz nicht "zu 100 Prozent garantieren" würden, dass die Sicherheit der Schiffe, die diese kritische Wasserstraße durchqueren, gewährleistet ist. Er fügte hinzu, dass militärische Unterstützung "keine langfristige oder nachhaltige Lösung" sei, so die Financial Times.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.