Der Goldpreis (XAU/USD) steigt am Dienstag, da der US-Dollar (USD) zurückgeht, nachdem die Ölpreise gesunken sind, was die enge Korrelation des Greenbacks mit Rohöl widerspiegelt. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird XAU/USD bei 5.187 USD gehandelt, was einem Anstieg von mehr als 0,50% entspricht.
Geopolitik treibt weiterhin die Preisbewegungen. Am Dienstag deutete US-Präsident Donald Trump an, dass der US-Eingriff im Iran bald enden könnte. Trotz Trumps Äußerungen gab das Pentagon bekannt, dass Dienstag der "intensivste Tag der Angriffe im Iran" sei, so der Verteidigungsminister Pete Hegseth.
US-Rohöl, auch bekannt als West Texas Intermediate (WTI), fällt am Tag um etwa 14% aufgrund von Spekulationen, dass der Iran-Konflikt bald enden könnte, so das Weiße Haus.
Der US-Dollar-Index (DXY), der die Leistung des Dollars im Vergleich zu sechs anderen Währungen misst, hat sich stabilisiert und ist um 0,14% auf 98,86 gestiegen.
Die Energieminister der G7 trafen sich am Dienstag und einigten sich darauf, die Freigabe strategischer Ölreserven zu verschieben und baten die Internationale Energieagentur (IEA), die Situation zu bewerten, bevor sie Entscheidungen treffen.
Zurück zur Makroökonomie erwarten die Anleger eine weniger dovishe Federal Reserve, angesichts der hohen Energiepreise, die durch den Iran-Konflikt angeheizt werden. Zum Zeitpunkt des Schreibens schätzt der Swaps-Markt 40 Basispunkte Lockerung bis zum Jahresende, so die Daten des Prime Market Terminal.

Früher stiegen die Verkäufe bestehender Häuser in den USA im Februar, nachdem sie im Januar um -5,9% zurückgegangen waren, um 1,7% an.
Am Mittwoch wird die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Februar einige Hinweise auf die Haltung der Fed zur Geldpolitik geben. Der Gesamt-CPI wird voraussichtlich bei 2,4% im Jahresvergleich liegen, unverändert im Vergleich zur Januar-Zahl, während der Kern-CPI voraussichtlich stabil bei 2,5% im Jahresvergleich bleibt, wie in der vorherigen Monatszahl.
Die Goldpreise schwanken weiterhin, ohne eine definitive Richtung zu finden, unterstützt durch geopolitische Unsicherheiten, und trotz der Inflationsschutzattraktivität des gelben Metalls.
Das technische Bild zeigt, dass XAU/USD sich zwischen 5.100 und 5.250 USD konsolidiert, während das Momentum den Bullen zugutekommt, wie der Relative Strength Index (RSI) zeigt. Obwohl das Momentum bullish ist, müssen die Käufer wichtige Widerstandsniveaus überwinden, um weiteres Aufwärtspotenzial zu eröffnen.
Wenn Gold das Hoch vom 2. März bei 5.419 USD überwindet, ist mit einem Test der 5.500 USD-Marke zu rechnen. Bei weiterem Stärke ist der nächste Halt in der Nähe des Rekordhochs von etwa 5.600 USD.
Umgekehrt, wenn XAU/USD unter 5.150 USD fällt, wird die erste Unterstützung bei 5.100 USD liegen. Ein Durchbruch darunter würde das Tages-Tief vom 9. März bei 5.014 USD vor dem 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.884 USD offenbaren.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.