Der Goldpreis (XAU/USD) fällt in der frühen asiatischen Sitzung am Montag auf etwa 5.065 USD, belastet von einem stärkeren US-Dollar (USD) und inflationsbedingten Risiken. Die Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Konflikte und geopolitische Risiken im Nahen Osten genau beobachten. Der Inflationsbericht des US-Verbraucherpreisindex (CPI) wird am Mittwoch im Rampenlicht stehen.
Das Edelmetall sieht sich einem gewissen Verkaufsdruck gegenüber, da eine Rallye bei den Rohölpreisen die Inflationsängste in den USA anheizt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinssätze länger hoch hält. Höhere Kreditkosten sind typischerweise negativ für den zinslosen Goldpreis.
Die US-Notenbank wird voraussichtlich die Zinssätze bei ihrem bevorstehenden Treffen am 17.-18. März stabil halten. Viele Ökonomen erwarten, dass die nächste Zinssenkung nicht vor Juni oder Juli 2026 erfolgen wird.
Fed-Gouverneur Christopher Waller sagte, dass er den Anstieg der Ölpreise für ein "einmaliges Ereignis" halte, das keine Reaktion der Fed erfordere, räumte jedoch auch die Unsicherheiten ein, falls der Konflikt anhält und die Ölpreise weiter steigen.
Andererseits könnten die schwächer als erwarteten US Nonfarm Payrolls (NFP) dem Greenback zusetzen und den in USD denominierten Rohstoffpreis kurzfristig anheben. Der Arbeitsmarktbericht für Februar zeigte einen Rückgang von 92.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote im Februar von 4,3% im Januar auf 4,4% stieg.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.