Das Paar NZD/USD gewinnt während der asiatischen Handelsstunden am Freitag auf nahe 0,5895 an Stärke. Der US-Dollar (USD) gibt gegenüber dem neuseeländischen Dollar (NZD) nach den Äußerungen von Federal-Reserve-(Fed)-Gouverneur Christopher Waller nach. Händler machen sich auf den US-Arbeitsmarktbericht für August später am Freitag gefasst.
Waller sagte am Donnerstag, dass er dazu neige, die Zinsen auf der September-Sitzung der Fed unverändert zu lassen, sofern es bei den kommenden Inflationsdaten keine Überraschungen gebe. Händler reduzierten nach Wallers Rede ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank auf der Sitzung in diesem Monat, was den Greenback belastete.
Laut dem FedWatch-Tool der CME preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von fast 50,2% für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im September ein, nach 63,2% am Mittwoch.
Andererseits könnte die dovishe Zinserhöhung der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) den Kiwi belasten. Die RBNZ beschloss am Mittwoch, den Official Cash Rate (OCR) wie weithin erwartet um 25 Basispunkte (bps) auf 2,75% anzuheben. RBNZ-Gouverneurin Anna Breman erklärte, dass wahrscheinlich eine weitere Erhöhung folgen werde, die Entscheidungsträger jedoch Zeit gewinnen wollten, um die Auswirkungen der bisherigen Anhebungen zu beurteilen.
Die stellvertretende RBNZ-Gouverneurin Karen Silk sagte am Freitag, dass die Zentralbank eher bis Dezember warten werde, bevor sie die Zinsen erneut anhebt.
Analysten der Commerzbank heben hervor, dass die RBNZ darauf geachtet habe, sich nicht auf einen festen Pfad festzulegen, und verweisen darauf, dass die Zentralbank „betont hat, dass der zukünftige Zinspfad nicht vorgegeben ist“, und stattdessen signalisiert habe, dass „weitere Straffungen möglich sind, aber von der Persistenz der Inflation und der Stärke der Erholung abhängen werden“. Dies unterstreiche ihrer Ansicht nach eine bewusst datenabhängige Haltung, bei der die Entscheidungsträger die Tür für weitere Zinserhöhungen offen hielten und jeden Schritt ausdrücklich an die Entwicklung von Inflation und Wachstum knüpften.
Im Tages-Chart weist NZD/USD eine leichte bullische Tendenz auf, da der Spot über dem 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) und dem unteren Bollinger Band bleibt, was auf eine zugrunde liegende Nachfrage bei Rücksetzern hindeutet. Allerdings liegt der Kurs weiterhin knapp unter dem 20-Perioden-SMA des Bollinger Bands, während der Relative Strength Index (RSI) nahe 51 nur auf ein moderates positives Momentum und nicht auf einen impulsiven Anstieg hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim mittleren Bollinger Band bei 0,5910, wobei das obere Band um 0,5985 als nächste Hürde nach oben fungiert, falls Käufer die Erholung ausweiten. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 100-Tage-SMA nahe 0,5845, gefolgt vom unteren Bollinger Band um 0,5832, dessen Bruch den derzeit konstruktiven Ton schwächen und tiefere Retracements freilegen würde.
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Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.