Das Paar EUR/USD tut sich schwer, die nächtliche Erholung vom 100-Tage Simple Moving Average (SMA) nahe der Region 1,1575-1,1580 bzw. einem Eineinhalb-Wochen-Tief auszubauen, und gibt während der asiatischen Sitzung am Dienstag nach. Die Spotpreise notieren derzeit um die Marke von 1,1600 und damit fast 0,10% niedriger als am Vortag, inmitten einer moderaten Stärke des US-Dollar (USD), da Händler nun auf die vorläufige Veröffentlichung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone blicken.
Ökonomen erwarten, dass die Inflation in der Eurozone im August angesichts höherer Energiepreise weiter anziehen wird, was eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im September so gut wie sicher macht. Die Erwartungen wurden durch die Inflationsdaten des deutschen Verbraucherpreisindex (VPI) gestützt, die im August auf 2,9% gegenüber dem Vorjahr stiegen, nach 2,8% im Vormonat. Darüber hinaus hat EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sich klar für eine weitere Zinserhöhung ausgesprochen, was darauf hindeutet, dass die unmittelbare Marktreaktion auf den Bericht eher verhalten ausfallen dürfte.
Später in der nordamerikanischen Sitzung werden sich Händler an den US-Wirtschaftsdaten orientieren – darunter der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und die JOLTS-Daten zu offenen Stellen. In der Zwischenzeit haben die Äußerungen des Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed), Kevin Warsh, am vergangenen Freitag die Marktwetten auf eine baldige Zinserhöhung verstärkt, was zusammen mit geopolitischen Unsicherheiten die Nachfrage nach dem sicheren Hafen USD nach dem moderaten Rückgang des Vortags wieder ankurbeln hilft. Dies wiederum gilt als Schlüsselfaktor, der einen gewissen Abwärtsdruck auf das Paar EUR/USD ausübt.
Allerdings könnten sich die USD-Bullen mit aggressiven Wetten zurückhalten und es vorziehen, die entscheidenden monatlichen US-Beschäftigungsdaten, im Volksmund als Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht bekannt, am Freitag abzuwarten. Dennoch könnte der fundamentale Hintergrund weiterhin als Rückenwind für den Greenback wirken, was darauf hindeutet, dass jeder intraday Anstieg des Paares EUR/USD eher zum Verkauf genutzt werden dürfte.
Vor dem Hintergrund des jüngsten Scheiterns, oberhalb des 50%-Fibonacci-Retracement-Levels des Rückgangs von Januar bis Juni Akzeptanz zu finden, wird ein Bruch unter den 100-Tage Simple Moving Average (SMA) als wichtiger Auslöser für die EUR/USD-Bären gelten. Die Spotpreise könnten dann bis zum 23,6%-Fibo.-Retracement bei 1,1501 nachgeben. Ein tieferer Rückgang würde den breiteren strukturellen Boden beim Fibonacci-Zyklustief nahe 1,1323 freilegen.
Auf der Oberseite fungiert das 38,2%-Fibo.-Retracement bei 1,1611 als unmittelbarer Widerstand über dem aktuellen Kurs. Ein Tagesschluss über dieser Barriere wäre erforderlich, um den unmittelbaren Abwärtsdruck zu lindern und den Weg in Richtung der Retracement-Barrieren bei 1,1700 und 1,1789 zu öffnen.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) misst die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen in der Eurozone. Er wird monatlich von Eurostat veröffentlicht und ist deshalb „harmonisiert“, weil in allen Mitgliedstaaten die gleiche Erhebungsmethodik angewendet wird und die Ergebnisse entsprechend gewichtet werden. Die sogenannte Kernrate des HVPI schließt stark schwankende Komponenten wie Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak aus. Der Jahresvergleich (Year-over-Year, YoY) zeigt, wie sich die Preise im aktuellen Berichtsmonat im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres verändert haben. Der Kern-HVPI ist ein wichtiger Indikator für die Inflation und die Entwicklung der Kaufkraft. Ein hoher Wert wird im Allgemeinen als positiv (bullish) für den Euro (EUR) interpretiert, ein niedriger Wert hingegen als negativ (bärisch).
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Quelle: Eurostat