Der australische Dollar beendete die Sitzung am Mittwoch mit Verlusten gegenüber dem Greenback, da die US-Inflationsdaten sowohl bei der Gesamt- als auch bei der Kernrate den Erwartungen entsprachen. Infolgedessen nahmen Händler von Zinserhöhungen Abstand, doch AUD/USD gab die anfängliche Bewegung wieder ab und notierte bei 0,7061, ein Minus von 0,07%.
Die jährliche US-Inflationsrate im Juli ließ von 3,5% auf 3,4% nach, wobei auch die zugrunde liegenden Daten nachgaben. Der Kernwert lag bei 2,5%, ein Zehntel unter dem Juni-Wert, was darauf hindeutet, dass der Desinflationsprozess in zwei aufeinanderfolgenden Veröffentlichungen anhielt.
Nach den Daten passten die Geldmärkte ihre Erwartungen rasch an, erhöhten die dovishen Wetten für die September-Sitzung und wechselten laut Prime Terminal von einer 60%-igen Erwartung einer Zinserhöhung zu einer 60%-igen Erwartung eines Festhaltens. Dennoch sind die dovishen Fed-Mitglieder noch nicht aus dem Schneider. Ein langwieriger US-Iran-Krieg könnte eine Rallye bei den Energiepreisen neu entfachen und damit den Inflationsdruck nach oben treiben.
In Australien stehen mit den Verbraucher-Inflationserwartungen für August neue Konjunkturdaten an, nachdem der vorherige Wert bei 4,7% lag. Ein höherer Wert könnte die Reserve Bank of Australia unter Druck setzen, die Zinsen anzuheben, nachdem sie die Zinsen bei ihrer Sitzung am 11. August unverändert bei 4,40% belassen hatte.
Die RBA überraschte die Märkte mit einem gemischten Ton in ihrer Erklärung, wobei die Inflationsprognosen niedriger, nahe dem Ziel der RBA, gesehen wurden, während zugleich anerkannt wurde, dass „die Inflation weiterhin erhöht ist und die Risiken nach oben gerichtet sind“.
Auf der Pressekonferenz sagte RBA-Gouverneurin Michelle Bullock, dass „der Vorstand eine Anhebung der Zinsen diskutiert hat“.
Trotzdem wird für die Sitzung am 29. September erwartet, dass die RBA die Zinsen unverändert lässt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 79%, während eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei 21% liegt, laut Prime Terminal.

Im Tageschart notiert AUD/USD bei 0,7061 und hält einen leicht bullischen kurzfristigen Bias, da das Paar über dem jüngsten einfachen gleitenden Durchschnitt im Moving Average Triple bei 0,6992 und über der kurzfristigen Trendlinienunterstützung nahe 0,6953 bleibt. Der Kurs liegt zudem komfortabel über dem älteren Ausbruchsniveau bei 0,6403, während der Relative Strength Index (14) bei etwa 59 positiv tendiert, ohne bislang überkauftes Terrain zu erreichen, was auf ein konstruktives, aber nicht euphorisches Aufwärtsmomentum hindeutet.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung im jüngsten Ausbruchsbereich um 0,6992, gefolgt von einer festeren Absicherung am kurzfristigen Bruch der steigenden Trendlinie nahe 0,6953 und dann tieferer struktureller Unterstützung in Richtung 0,6403. Auf der Oberseite sehen sich die Bullen einem gestaffelten Widerstand durch gebündelte Brüche steigender Trendlinien gegenüber, wobei die erste Hürde um 0,7274 liegt, vor 0,7294, während weiter entfernte Aufwärtsziele mit höheren Trendlinienprojektionen nahe 0,8377 und 0,9068 übereinstimmen.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.