Der Goldpreis (XAU/USD) verzeichnet am Mittwoch ein Plus von über 1%, da die US-Inflationsdaten den Erwartungen entsprechen und der Federal Reserve (Fed) damit die Aufgabe erleichtern, die Geldpolitik weiter zu straffen. Der Verbraucherpreisindex (CPI) setzt seinen Abwärtstrend fort. XAU/USD handelt über 4.400 USD, nachdem es sich von den Tagestiefs bei 4.362 USD erholt hat.
Das Edelmetall baute seine Gewinne aus, da Anleger spekulieren, dass die Fed auf ihrer September-Sitzung die Zinsen nicht anheben wird, nachdem der Bericht für Juli veröffentlicht wurde. Am Dienstag preisten die Geldmärkte eine Wahrscheinlichkeit von 52% für eine Zinserhöhung der Fed auf der nächsten Sitzung ein. Doch der Rückgang der Inflation verschob die Wahrscheinlichkeit laut Prime Terminal-Daten auf 60%, dass die US-Notenbank die Zinsen unverändert lassen wird.
Die Fed hat eine Wahrscheinlichkeit von 73% für eine Zinserhöhung im Dezember, wobei vor der Sitzung am 9. Dezember noch drei Inflationsberichte anstehen.
Der CPI für Juli lag bei 3,5% im Jahresvergleich, nach 3,6%, während auch der Kern-CPI laut dem US Bureau of Labour Statistics (BLS) von 2,6% auf 2,5% im Jahresvergleich leicht zurückging. Obwohl die Ölpreise im Juli um fast 24% stiegen, gingen die Benzinpreise den zweiten Monat in Folge zurück.
Allerdings belastete die Geopolitik die Wirtschaft weiterhin, und sollten die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran keine gemeinsame Grundlage zur Beendigung des Konflikts finden, könnten die Energiepreise erneut steigen und damit den Disinflationsprozess in den USA zu stoppen drohen.
Laut Al-Mayadeen sagte eine iranische politische und Sicherheitsquelle, dass die Straße von Hormus weiterhin geschlossen sei und Teheran seine Politik nicht geändert habe.
US-Präsident Donald Trump schrieb auf seinem Truth-Social-Konto, dass "The U.S.A. has total control over the Strait of Hormuz. I THINK WE WILL KEEP IT!" Das ist eine Annahme, die durch die Fakten auf der Wasserstraße nicht gestützt wird. Gleichzeitig berichtete CNN, dass die US-Botschaften im Nahen Osten angesichts des Iran-Kriegs weiterhin mit reduziertem Personal arbeiten würden.
Am Donnerstag richten Händler ihren Blick auf die Veröffentlichung des US-Erzeugerpreisindex (PPI) für Juli und der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Sollte die Zahl der Amerikaner, die Arbeitslosenunterstützung beantragen, steigen, könnte dies die Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt erhöhen, was die Arbeitslosenquote nach oben treiben könnte.
Der Goldpreis scheint an Fahrt zu gewinnen, da er den 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.388 USD überwindet und damit möglicherweise den Weg für weitere Kursgewinne ebnet. Das Momentum, gemessen am Relative Strength Index (RSI), zeigt, dass die Käufer an Boden gewinnen. Daher ist der Weg des geringsten Widerstands kurzfristig nach oben gerichtet.
Der erste Widerstand für XAU/USD wäre die psychologische Marke von 4.450 USD. Ein Bruch darüber würde den 200-Tage-SMA genau an der psychologischen Marke von 4.500 USD freilegen. Ein Tagesschluss darüber könnte den Weg ebnen, die Marke von 5.000 USD ins Visier zu nehmen.
Auf der anderen Seite würde ein Fall des Goldpreises unter das Tagestief (LOD) bei 4.362 USD den Weg für einen tieferen Pullback öffnen. Die nächste Unterstützung liegt bei 4.300 USD, gefolgt vom Hoch vom 6. Juli bei 4.202 USD. Sollte dieses Niveau nicht halten, liegen die nächsten Unterstützungsniveaus beim 50-Tage-SMA bei 4.150 USD und bei 4.100 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.