AUD/USD gibt den zweiten Tag in Folge nach und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch um 0,6970. Das Paar fällt, da der Australische Dollar (AUD) nach der Veröffentlichung der heimischen Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) weiterhin unter Druck steht.
Das Australian Bureau of Statistics (ABS) meldete am Mittwoch, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) Australiens im Juni im Jahresvergleich (YoY) um 3,8% gestiegen ist, nach einem im Mai gemeldeten Anstieg von 4%. Die Markterwartung lag für den Berichtszeitraum bei 4%. Der monatliche VPI fiel im Juni um 0,1% gegenüber dem vorherigen Rückgang von 0,7% und übertraf damit den erwarteten Anstieg von 0,2%. Auf Jahresbasis stieg der von der RBA gewichtete Median-VPI im selben Zeitraum um 3,6% YoY.
Das Paar AUD/USD könnte weiter an Boden verlieren, da der US-Dollar (USD) angesichts erneuter Feindseligkeiten im Nahen Osten Unterstützung finden dürfte, die die geopolitischen Spannungen neu entfacht haben und den Fokus der Anleger fest auf Inflationsrisiken und den breiteren Zinssausblick in den Vereinigten Staaten (US) richten.
Die Risikoaversion nimmt zu, nachdem ein iranischer Angriff US-Truppen in der gesamten Region ins Visier genommen hat, wobei Iran gegen 17:45 Uhr ET mehrere ballistische Raketen auf einen US-Stützpunkt in Jordanien abgefeuert hat. Laut Erklärungen und Videomaterial des US-Militärs wurden alle überraschenden IRGC-Raketen erfolgreich abgefangen. Der Angriff gilt weithin als direkte Reaktion auf jüngste US-Maßnahmen gegen iranische Marineboote.
Unterdessen beobachten Anleger die bevorstehende geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed) genau, bei der allgemein erwartet wird, dass die Zentralbank die Zinsen unverändert lässt. Händler preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 30,5% für eine sofortige Zinserhöhung ein, ein ungewöhnlich hohes Maß an Unsicherheit so kurz vor einer geldpolitischen Ankündigung. Mit Blick weiter nach vorn berücksichtigen die Märkte zudem eine Wahrscheinlichkeit von 76,6% für eine Zinserhöhung im September, was die Erwartung untermauert, dass die Kreditkosten länger erhöht bleiben könnten.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.