Das GBP/USD-Paar handelt während der frühen europäischen Handelsstunden am Donnerstag mit leichten Verlusten um 1,3535. Die Märkte könnten vor dem britischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) und den US-Einzelhandelsumsätzen, die später am Donnerstag veröffentlicht werden, vorsichtig werden.
Die Händler erhöhen ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) in diesem Jahr, angesichts der erwarteten Auswirkungen höherer Ölpreise auf die Inflation. Die Geldmärkte rechnen vollständig mit einer Zinserhöhung bis zur geldpolitischen Sitzung im November, wobei eine zweite Zinserhöhung bis April 2027 eingepreist ist, so Reuters. Vor dem US-Iran-Krieg hatten die Händler erwartet, dass die BoE in diesem Jahr zweimal die Zinsen senken würde.
Im Tages-Chart setzt GBP/USD seinen Anstieg über den 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) und deutlich über das 20-Tage-Bollinger-Mittelband fort, was zusammen eine bullische kurzfristige Tendenz verstärkt. Das Paar drückt nun auf das obere Bollinger-Band bei etwa 1,3534, was auf einen überdehnten, aber weiterhin konstruktiven Aufwärtstrend hindeutet, während der Relative Strength Index (14) bei etwa 65 ein festes bullisches Momentum signalisiert, das sich eher der überkauften Zone nähert als einer völligen Erschöpfung.
Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung am 100-Tage-SMA bei 1,3400 gesehen, wobei das Bollinger-Mittelband bei 1,3325 eine tiefere Auffangzone bietet, falls sich ein korrigierender Pullback entfaltet. Ein stärkerer Rückgang würde wahrscheinlich das jüngste Volatilitäts-Tief nahe dem unteren Bollinger-Band bei etwa 1,3117 ansteuern. Auf der Oberseite entsteht die erste Aufwärtsbarriere am Hoch vom 8. Mai bei 1,3637. Ein Durchbruch über dieses Niveau könnte den Weg zur psychologischen Marke von 1,3700 ebnen.
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Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.