AUD/USD setzt am Dienstag seinen Rückgang zum dritten Mal in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelszeit nahe 0,6870. Der Australische Dollar (AUD) gerät unter Abwärtsdruck, da der US-Dollar (USD) von der steigenden hawkischen Stimmung rund um den Politikausblick der Federal Reserve (Fed) profitiert. Die Marktteilnehmer beobachten nun aufmerksam die neuesten Sitzungsprotokolle der Reserve Bank of Australia (RBA) sowie wichtige Einkaufsmanagerindizes (PMI) aus China, die beide im Laufe des Tages veröffentlicht werden.
Dem CME FedWatch-Tool zufolge rechnen Händler nun mit einer fast 60%igen Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed bis September. Diese Stimmungsänderung hat den Fokus auf die wichtigen US-Arbeitsmarktdaten dieser Woche verstärkt, die am Donnerstag mit den Nonfarm Payrolls ihren Höhepunkt finden und neue Hinweise auf den Zinstrend der Fed liefern werden. Prognosen gehen derzeit von einem Stellenzuwachs im Juni von 114.000 aus, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich unverändert bei 4,3 % bleiben wird.
Der Greenback erhält zudem Unterstützung als sicherer Hafen aufgrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit den US-Iran-Beziehungen. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die beiden Nationen am Dienstag in Doha, Katar, neue Gespräche führen werden, nachdem es am Wochenende zu Feindseligkeiten im Nahen Osten gekommen war, berichtete CNBC.
Teheran widersprach dieser Aussage jedoch und erklärte, dass keine Verhandlungstreffen mit Washington auf irgendeiner Ebene geplant seien, da Iran sich darauf konzentriere, das bestehende Memorandum of Understanding umzusetzen, anstatt in abschließende Vereinbarungen einzutreten.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.