Das Paar NZD/USD zieht zum siebten Mal in Folge Verkäufer an und driftet wieder näher an sein am Vortag bei 25. November erreichtes Tief. Die Kassapreise handeln derzeit im Bereich von 0,5640 bis 0,5635 und wirken angesichts eines bullischen US-Dollars (USD) anfällig.
Tatsächlich schoss der USD-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Währungskorb abbildet, am Mittwoch infolge des hawkischen Kurswechsels der US-Notenbank (Fed) in der vergangenen Woche auf ein neues Hoch seit Mai 2025. Zudem waren neun der 19 Fed-Ausschussmitglieder der Ansicht, dass sie den Leitzins erhöhen müssten, um der hartnäckigen Inflation entgegenzuwirken. Hinzu kommen gemischte US-Iran-Botschaften zur nuklearen Inspektion sowie eine risikoscheue Stimmung, ausgelöst durch einen technologiegetriebenen Ausverkauf, die dem sicheren Hafen Dollar Rückenwind verleihen und weiterhin Druck auf das Paar NZD/USD ausüben.
Unterdessen fielen die Ölpreise auf ihr niedrigstes Niveau seit vor dem US-Iran-Krieg, da der Verkehr durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen wurde. Zusätzlich mildert eine vorübergehende 60-tägige Sanktionsausnahme, die die Produktion, Lieferung und den Verkauf iranischen Rohöls, Erdöls und petrochemischer Produkte erlaubt, die Versorgungssorgen und belastet das schwarze Gold. Dies dürfte den Aufwärtsdruck auf die Verbraucherpreise verringern und die Erwartungen der Investoren an weitere Zinserhöhungen der Fed dämpfen, was die USD-Bullen davon abhalten könnte, neue Wetten einzugehen.
Marktteilnehmer könnten sich zudem dazu entscheiden, vor der Veröffentlichung des US-Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), der später während der nordamerikanischen Sitzung erwartet wird, an die Seitenlinie zurückzuziehen. Abgesehen davon könnte die hawkische Wende der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) den Neuseeländischen Dollar (NZD) stützen und Verluste für das Paar NZD/USD begrenzen. Tatsächlich deutete die RBNZ an, dass der Leitzins (OCR) bis Ende dieses Jahres etwa 2,85 % erreichen könnte, was bis zu drei Zinserhöhungen impliziert. Dies rechtfertigt wiederum eine gewisse Vorsicht, bevor man sich auf weitere Verluste positioniert.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.