USD/JPY setzte am Mittwoch erneut seinen Anstieg fort, was eigentlich nicht passieren sollte. Die Bank of Japan (BoJ) hatte erst letzte Woche ihren Leitzins erhöht, und eine Zinserhöhung soll eine Währung stützen, nicht beobachten, wie sie auf generelle Tiefstände zusteuert. Dass der Yen dennoch weiter sinkt, weist direkt auf die Dollar-Seite, wo eine Federal Reserve (Fed), die gerade aggressiver geworden ist, die Zinsdifferenz brutal weit offenhält.
Die BoJ tat ihren Teil und hob die Zinsen auf ein 30-Jahres-Hoch von 1,00 % an, doch der Markt hatte dies längst eingepreist, und der Schritt brachte dem Yen nichts Dauerhaftes. Der Grund ist reine Mathematik: Während das Federal Open Market Committee (FOMC) nahe 3,75 % verharrt und sein Dot-Plot nun eine Zinserhöhung statt einer Senkung signalisiert, liegt die Differenz zwischen den beiden Leitzinsen immer noch bei rund 275 Basispunkten. Bei diesem Spread bringt eine Viertelpunkt-Erhöhung aus Tokio den Carry Trade kaum ins Wanken, und die Richtung des Yen wird weiterhin in Washington bestimmt.
Dass die Zinserhöhung nicht half, ist genau der Grund, warum das nächste Risiko für das Währungspaar nicht monetär, sondern politisch ist. Da die BoJ nicht sprinten will und ihre Zinserhöhung bereits abgetan wurde, wird das Finanzministerium zum einzigen Akteur, der das Paar erschüttern kann, und mit dem Yen auf dem schwächsten Stand seit einer Generation werden die Warnungen vor unordentlichen Bewegungen lauter. Der Carry Trade sieht weiterhin wie kostenloses Geld aus, bis Tokio zur Yentervention greift. Jeder weitere Anstieg verschärft diese Asymmetrie nur.
Die Woche läuft auf den Donnerstag hinaus und teilt sich in zwei Teile. Um 12:30 GMT werden die Kern-Personal Consumption Expenditures Price Index (PCE) veröffentlicht, der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator, mit einem Konsens von 0,3 % MoM und 3,4 % YoY, jeweils eine Spur über dem Vormonat. Eine heiße Zahl vergrößert die bereits schädliche Lücke und dürfte das Paar über 162,00 treiben; nur ein klarer Fehlschlag könnte es aufhalten.
Das zweite Ereignis folgt um 23:30 GMT mit dem Tokyo Consumer Price Index (CPI), der nach der Bewegung der letzten Woche nun anders bewertet wird. Ein schwacher Wert nahe der jüngsten 1,4 % im Gesamtindex würde dem Markt signalisieren, dass die BoJ keine Eile hat, erneut zu erhöhen, und selbst eine weitere Zinserhöhung könnte wenig bewirken, angesichts dessen, wie wenig die letzte für den Yen verändert hat.
Widerstand: Die Marke von 162,00 ist die unmittelbare Obergrenze; ein klarer Durchbruch öffnet Raum in Richtung 163,00 ohne große Hindernisse, wobei jeder weitere Anstieg die Argumente für eine Intervention verstärkt.
Unterstützung: Ein Rücksetzer findet erste Unterstützung nahe 161,50, darunter bei 161,00; nur ein Rückgang in Richtung des 50-Tage-Exponentiell Gleitenden Durchschnitts (EMA) um 159,50 würde darauf hindeuten, dass der Aufwärtstrend sich endlich erschöpft.
Bias: Aufwärts. Eine hawkische Fed, eine schmerzhafte Zinsdifferenz und ein Aufwärtstrend, der eine Zinserhöhung der BoJ einfach abgetan hat, zeigen alle in dieselbe Richtung. Die klarste Bedrohung für die Long-Seite ist nicht der Chart oder die Zentralbank, sondern das Finanzministerium.

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.