EUR/USD steht am Montag unter Druck und setzt die Verluste der Vorwoche fort, da die Erwartungen einer hawkischen Federal Reserve (Fed) den US-Dollar (USD) stützen, obwohl sich die Spannungen im Nahen Osten entspannen und die Nachfrage nach dem Greenback als sicherer Hafen dämpfen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei rund 1,1498 und bewegt sich nahe seinem tiefsten Stand seit drei Monaten.
Die erste Runde der direkten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran endete am Montag in der Schweiz, wobei Pakistan und Katar als Vermittler fungierten. In einer gemeinsamen Erklärung gaben Katar und Pakistan bekannt, dass Washington und Teheran sich auf eine Roadmap geeinigt hätten, um innerhalb von 60 Tagen eine endgültige Vereinbarung zu erreichen. Die beiden Seiten vereinbarten außerdem, die technischen Gespräche für den Rest der Woche fortzusetzen.
Die verbesserte Marktstimmung aufgrund der optimistischen Erwartungen an die US-Iran-Verhandlungen trug jedoch wenig dazu bei, dass sich EUR/USD von den jüngsten Verlusten erholte, da hawkische Fed-Erwartungen den US-Dollar gegenüber dem Euro (EUR) bevorzugt hielten.
Auf der geldpolitischen Sitzung der vergangenen Woche betonten die Entscheidungsträger ihr Engagement, die Inflation nach dem Anstieg der Preissteigerungen in den letzten Monaten infolge des Energieschocks auf das Ziel von 2 % zurückzuführen.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert bei rund 101,00 und damit nahe seinem höchsten Stand seit dreizehn Monaten.
Auf der anderen Seite des Atlantiks steht die Europäische Zentralbank (EZB) ebenfalls vor einem schwierigen Zielkonflikt zwischen steigender Inflation und verlangsamtem Wirtschaftswachstum. Die Entscheidungsträger reagierten darauf, indem sie Anfang dieses Monats die Zinssätze um 25 Basispunkte anhoben.
Am Montag erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die EZB müsse agil bleiben, um auf den Iran-Schock zu reagieren, und die Zentralbank sei „gut positioniert“, um die Situation zu meistern. Sie fügte hinzu, dass die Aussichten unsicher bleiben, mit Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum, stellte jedoch fest, dass es „noch keine Anzeichen für eine Entankerung oder Zweitrundeneffekte gibt, die eine stärkere geldpolitische Maßnahme rechtfertigen“.
Der Fokus richtet sich nun auf eine arbeitsreiche Woche mit einer Reihe von Reden der EZB-Politiker, vorläufigen globalen Einkaufsmanagerindex (PMI)-Daten, dem US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) und der endgültigen Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das erste Quartal.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.