Das Währungspaar EUR/JPY gewinnt im frühen europäischen Handel am Mittwoch bis auf rund 185,20 an Stärke. Der Euro (EUR) legt gegenüber dem japanischen Yen (JPY) zu, da erwartet wird, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Donnerstag die Zinsen anheben wird.
Die EZB wird voraussichtlich am Donnerstag zum ersten Mal seit fast drei Jahren ihren Leitzins anheben und damit als erste unter den großen Zentralbanken auf den Anstieg der Energiepreise infolge des Nahostkonflikts mit einer Straffung der Geldpolitik reagieren. Während die Geldmärkte bereits eine zweite Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) im September einpreisen, erwarten Ökonomen, dass die EZB einen „leicht hawkischen“, aber stark datenabhängigen Ton anschlagen wird, ohne sich auf einen festen Pfad festzulegen.
„Lagarde könnte nach der unklaren Kommunikation zur Zinsperspektive im März einen Hinweis auf den nächsten Schritt der EZB geben. Wir erwarten, dass sie klarer als bisher macht, dass eine zweite Zinserhöhung in Aussicht steht“, sagte Simona Delle Chiaie, Chefvolkswirtin für den Euroraum bei Bloomberg. Jegliche hawkischen Kommentare von EZB-Politikern könnten den EUR gegenüber dem JPY kurzfristig stärken.
Im Tages-Chart zeigt EUR/JPY eine konstruktive kurzfristige Tendenz, da es sich knapp über dem mittleren Bollinger-Band konsolidiert und komfortabel über dem 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) bleibt, was auf eine zugrundeliegende Nachfrage bei Rücksetzern hindeutet. Der Relative Strength Index (14) bei 49,99 ist effektiv neutral und deutet eher auf eine Pause als auf eine Erschöpfung nach dem jüngsten Anstieg hin.
Auf der Oberseite stellt das obere Bollinger-Band bei rund 186,05 die unmittelbare Hürde dar, an der neues Verkaufsinteresse aufkommen könnte. Die nächste Hürde liegt beim Hoch vom 9. Februar bei 186,24 auf dem Weg zum Hoch vom 23. Januar bei 186,88. Auf der Unterseite wird die erste Unterstützung am mittleren Bollinger-Band um 185,15 gesehen, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 184,50, während ein tieferer Rücksetzer zum unteren Bollinger-Band nahe 184,25 voraussichtlich Käufer anziehen würde, solange die übergeordnete bullische Struktur erhalten bleibt.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.