Die Analysten Enrico Tanuwidjaja und Vincentius Ming Shen von UOB weisen darauf hin, dass die Devisenreserven Indonesiens im Mai weiter gesunken sind, nachdem die Zentralbank Bank Indonesia (BI) ihre Interventionen zur Stützung der Rupiah ausgeweitet hat. Die Landeswährung hat seit Jahresbeginn deutlich an Wert verloren. Nach Einschätzung der Experten dürften die Devisenreserven angesichts der anhaltenden Risikoaversion weiter unter Druck bleiben. Die Notenbank werde voraussichtlich ihre Straffungspolitik fortsetzen und verstärkt am Devisenmarkt eingreifen, um die Stabilität des Wechselkurses USD/IDR zu sichern.
„Die Devisenreserven sind im Mai auf 144,9 Milliarden US-Dollar gesunken und haben damit ihren Abwärtstrend nach 146,2 Milliarden US-Dollar im April fortgesetzt (siehe Indonesien: Rückgang der Devisenreserven zur Stabilisierung der Rupiah). Gegenüber dem Höchststand von 156,5 Milliarden US-Dollar im Dezember 2025 (siehe Indonesien: Devisenreserven steigen dank Sukuk-Emission deutlich) stellt dies einen spürbaren Rückgang dar. Hauptursache bleibt unverändert die Intervention der Bank Indonesia (BI) zur Stabilisierung der Rupiah angesichts ihrer deutlichen Abwertung. Die Währung hat seit Jahresbeginn 7,38 Prozent verloren und beendete den Mai bei 17.874 Rupiah je US-Dollar.“
„Trotz dieses Rückgangs bleiben die Reserven grundsätzlich auf einem soliden Niveau. Die Importdeckung liegt bei 5,6 Monaten beziehungsweise bei 5,5 Monaten unter Berücksichtigung des Schuldendienstes für staatliche Auslandsschulden und damit deutlich über dem internationalen Richtwert von 3,0 Monaten. Die BI betonte, dass die Reserven weiterhin die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Risiken stützen werden. Unterstützt werde dies durch mögliche Kapitalzuflüsse infolge einer restriktiveren geldpolitischen Ausrichtung (siehe Indonesien: Überraschende Zinserhöhung der BI markiert den Beginn eines Straffungszyklus).“
„Mit Blick nach vorn dürften die Devisenreserven aufgrund der anhaltenden Risikoaversion gegenüber der Rupiah weiter unter Druck bleiben. Zur Verteidigung der Währung erweitert die BI ihr Instrumentarium über direkte Devisenmarktinterventionen hinaus und setzt zunehmend auch auf Zinsanpassungen.“
„Wir gehen davon aus, dass der aktuelle Straffungszyklus fortgesetzt wird und der Leitzins bis Ende 2026 auf 6,00 Prozent steigt. Darüber hinaus setzt die Regierung die Emission zusätzlicher Staatsanleihen in Fremdwährung fort, um die Bruttoreserven zu stärken – allerdings um den allgemein bekannten Preis höherer künftiger Schuldenlasten.“
„All dies sind notwendige Maßnahmen, um die Stabilität des Wechselkurses weiterhin zu verankern.“