EUR/USD steigt am Freitag leicht an, da neue geopolitische Entwicklungen rund um den US-Iran-Krieg den US-Dollar (USD) belasten und den Euro (EUR) stützen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei etwa 1,1768 und bewegt sich nahe seinem höchsten Stand seit über einer Woche.
Berichten zufolge hat Iran über pakistanische Vermittler einen neuen Vorschlag als Reaktion auf die jüngsten US-Änderungen eingereicht, nachdem Washington ein früheres iranisches Angebot abgelehnt hatte, das vorschlug, die Nuklearverhandlungen auf eine spätere Phase zu verschieben. Details des neuen Vorschlags wurden bisher jedoch nicht bekannt gegeben. Unterdessen berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA, dass Außenminister Abbas Araghchi regionale Partner über Teherans Haltung zur Beendigung des Krieges informiert habe.
Dies hat die Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche trotz der aktuellen Blockade erhöht. In der Folge sind die Ölpreise leicht von den jüngsten Höchstständen zurückgegangen, während der US-Dollar auf ein Zweiwochen-Tief gefallen ist. Der Rückgang des Greenback scheint jedoch hauptsächlich auf eine vermutete Intervention japanischer Behörden am Devisenmarkt zurückzuführen zu sein, um eine übermäßige Schwäche des japanischen Yen (JPY) einzudämmen.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 97,88 und liegt damit rund 0,22 % unter dem Tagesniveau.
Auf der Datenfront lieferte die US-Industrieaktivität ein gemischtes Bild. Der ISM Manufacturing PMI blieb im April stabil bei 52,7, was dem höchsten Stand seit August 2022 entspricht, aber die Erwartungen von 53,0 verfehlte. Im Gegensatz dazu wurde der S&P Global US Manufacturing PMI von einem vorläufigen Wert von 54,0 auf 54,5 nach oben revidiert und stieg gegenüber März (52,3) an, was auf die stärkste Expansion im Sektor seit Mai 2022 hinweist.
Händler werteten auch die Kommentare von Zentralbankvertretern aus, nachdem sowohl die Federal Reserve (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) in ihren geldpolitischen Entscheidungen Anfang dieser Woche die Zinssätze unverändert ließen.
Die Präsidentin der Dallas Fed, Lorie Logan, die beim letzten FOMC-Treffen gegen die Tendenz zur Lockerung stimmte, erklärte, dass der nächste geldpolitische Schritt entweder eine Zinssenkung oder eine Zinserhöhung sein könnte. Logan betonte zudem, dass die Fed vermeiden sollte, eine Orientierungshilfe zu geben, die auf eine Lockerung in dieser Phase hindeutet. Der Präsident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, warnte, dass „ein ausreichend großer Preisschock die Inflationserwartungen gefährden könnte“, was möglicherweise eine Reihe von Zinserhöhungen erfordern würde, um die Glaubwürdigkeit der Fed bei der Verteidigung ihres 2%-Inflationsziels zu wahren.