AUD/USD weitet seine Gewinne am dritten Tag in Folge aus und handelt während der asiatischen Handelsstunden am Montag um 0,7190. Das Paar hält die Gewinne, da der Australische Dollar (AUD) Unterstützung erhält, bedingt durch steigende Erwartungen an Zinserhöhungen der Reserve Bank of Australia (RBA).
Der australische Verbraucherpreisindex (VPI) für März wird am Mittwoch erwartet, wobei die jährliche Gesamtinflation voraussichtlich auf 4,7% steigen wird, deutlich über dem Zielbereich der Reserve Bank of Australia von 2–3%. Jede positive Überraschung könnte die Erwartungen einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der Sitzung der Zentralbank am 5. Mai verstärken.
Stand 24. April wurde der ASX 30 Day Interbank Cash Rate Futures Mai 2026 Kontrakt bei 95,745 gehandelt, was eine 74%ige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf 4,35% bei der bevorstehenden RBA-Sitzung impliziert.
Das potenzielle Aufwärtspotenzial des AUD/USD-Paares könnte jedoch begrenzt sein, da die Marktstimmung aufgrund der ins Stocken geratenen US-Iran-Friedensgespräche fragil bleibt. Iran bot an, die Schließung der Straße von Hormus zu beenden, wenn die USA ihre Blockade des Landes aufheben und den Krieg beenden, in einem Vorschlag, der die Diskussionen über das Nuklearprogramm der Islamischen Republik verschieben würde, so Bloomberg. US-Präsident Donald Trump scheint das Angebot nicht anzunehmen, und US-Außenminister Marco Rubio schloss jegliche Vereinbarung aus, die das iranische Nuklearprogramm ausschließt.
Es wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze bei der bevorstehenden geldpolitischen Sitzung im April am Mittwoch unverändert lässt und die Zielspanne für die Federal Funds bei 3,50% bis 3,75% belässt. Dies wäre die dritte aufeinanderfolgende Zinspause.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.