USD/CAD bleibt am fünften Tag in Folge gedämpft und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um die Marke von 1,3700. Das Paar tendiert leicht nach unten, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) angesichts eines leichten Anstiegs der Ölpreise zulegt, was auf Kanadas Status als größter Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) zurückzuführen ist.
Der West Texas Intermediate (WTI) Ölpreis hält zum Zeitpunkt der Niederschrift seine Gewinne nahe 90,00 USD pro Barrel. Die Rohölpreise erhalten Unterstützung durch Versorgungsbedenken, die auf die vorsichtige Marktstimmung im Zusammenhang mit den US-Iran-Waffenstillstandsgesprächen zurückzuführen sein könnten.
CNN berichtete am Freitag, dass die libanesische Armee mehrere Verstöße Israels gegen den Waffenstillstand nach Inkrafttreten der Vereinbarung verzeichnet habe. Der Libanon beschuldigte Israel, „mehrere Aggressionsakte“ begangen zu haben, und erklärte, dass intermittierender Beschuss mehrere Dörfer im Süden des Libanon betroffen habe. Die Armee forderte die Bürger auf, die Rückkehr in südliche Städte und Dörfer angesichts der angeblichen Verstöße gegen den Waffenstillstand zu verschieben.
US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, er habe mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu gesprochen und hinzugefügt, dass Israel und der Libanon einem 10-tägigen Waffenstillstand zugestimmt hätten, der um 17 Uhr ET begann.
Der Abwärtsdruck beim Paar USD/CAD wird jedoch durch den US Dollar Index (DXY) gedämpft, der angesichts der erhöhten Nachfrage nach sicheren Häfen vor dem bevorstehenden Treffen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran am Wochenende Unterstützung erhält.
Washington und Teheran werden voraussichtlich am Wochenende ihre Gespräche wieder aufnehmen, wobei Präsident Trump optimistisch äußerte, dass beide Nationen vor Ablauf des Waffenstillstands in der nächsten Woche eine dauerhafte Vereinbarung erzielen könnten.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.