Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Freitag im negativen Bereich nahe 1,1780. Das Major-Paar zieht sich von den Acht-Wochen-Höchstständen zurück, da die Händler vor dem nächsten Treffen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran, das für das Wochenende geplant ist, vorsichtig bleiben.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag, dass er mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu gesprochen habe. Er fügte hinzu, dass Israel und Libanon sich auf einen 10-tägigen Waffenstillstand geeinigt hätten, der um 17 Uhr ET beginnen werde.
Die Gespräche zwischen Washington und Teheran sollen an diesem Wochenende wieder aufgenommen werden. Trump äußerte sich optimistisch hinsichtlich der Aussicht, dass die USA und der Iran vor Ablauf des Waffenstillstands in der nächsten Woche einen dauerhaften Waffenstillstand erzielen könnten. Dennoch könnte es in der kommenden Zeit zu Marktschwankungen kommen, was dem US-Dollar (USD) etwas Unterstützung bietet und als Gegenwind für das Major-Paar wirkt.
Die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank (EZB) tendieren dazu, die Zinssätze auf der April-Sitzung unverändert zu lassen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte diese Woche, dass die Zentralbank bei den Zinssätzen „vollkommen agil“ sein müsse, betonte jedoch, dass keine Neigung zu Zinserhöhungen bestehe.
Die Händler sehen Zinserhöhungen jedoch als unvermeidlich an und erwarten in diesem Jahr zwei Anhebungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Die Finanzmärkte sehen nun eine Chance von eins zu fünf für eine Zinserhöhung der EZB auf der April-Sitzung, aber eine Maßnahme bis Juni ist nahezu vollständig eingepreist, und eine zweite Erhöhung im Herbst wird ebenfalls erwartet, so Reuters.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.