Der EUR/GBP notiert im frühen europäischen Handel am Donnerstag im negativen Bereich bei rund 0,8695. Das Pfund Sterling (GBP) gewinnt gegenüber dem Euro (EUR) aufgrund der positiven britischen Wirtschaftsdaten an Stärke.
Die am Donnerstag vom Office for National Statistics (ONS) veröffentlichten Daten zeigten, dass das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Februar um 0,5 % MoM stieg, nach 0 % im Januar. Dieser Wert lag über den Erwartungen von 0,1 %.
Unterdessen stieg die Industrieproduktion im Februar um 0,5 % MoM gegenüber einem Rückgang von 0,1 % zuvor. Das GBP zieht in unmittelbarer Reaktion auf die stärkeren britischen Wirtschaftsdaten einige Käufer an.
Die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank (EZB) tendieren dazu, die Zinssätze auf der April-Sitzung unverändert zu lassen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte diese Woche, dass die Zentralbank bei den Zinssätzen „vollkommen agil“ sein müsse, betonte jedoch, dass keine Voreingenommenheit für eine Anhebung bestehe.
Dennoch sehen Anleger Zinserhöhungen als unvermeidlich an und erwarten in diesem Jahr zwei Anhebungen um jeweils ein Viertel Prozent. Laut Reuters sehen die Finanzmärkte derzeit eine Chance von eins zu fünf für eine Zinserhöhung der EZB auf der April-Sitzung, während eine Maßnahme bis Juni nahezu vollständig eingepreist ist und eine zweite Anhebung im Herbst ebenfalls erwartet wird.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.