Das Währungspaar GBP/USD driftet während der asiatischen Sitzung am Freitag nach unten, zeigt jedoch keinen Anschlussverkauf und bleibt nahe seinem höchsten Stand seit Ende Februar, der Anfang der Woche erreicht wurde. Die Kassapreise handeln derzeit im Bereich von 1,3420-1,3415 und scheinen bereit, starke Wochengewinne zu verzeichnen, da die Anleger nun auf die neuesten US-Verbraucherinflationszahlen als frischen Impuls blicken.
Der entscheidende US-Verbraucherpreisindex (VPI) wird voraussichtlich zeigen, dass die Inflation im März wahrscheinlich weiter gestiegen ist, bedingt durch den kriegsbedingten Anstieg der Rohölpreise. Dies könnte die US-Notenbank (Fed) weiter davon abhalten, die Zinssätze vorerst zu senken. Hinzu kommt, dass die Spannungen rund um die Straße von Hormus den US-Dollar (USD) stützen, was als ein wesentlicher Faktor angesehen wird, der Druck auf das Währungspaar GBP/USD ausübt.
Der Iran hat den Schiffsverkehr durch die strategische Wasserstraße als Reaktion auf brutale israelische Angriffe auf den Libanon gestoppt. Zudem beschuldigte US-Präsident Donald Trump den Iran, den Öltransport durch die Straße von Hormus sehr schlecht zu handhaben, und dass dies nicht der vereinbarte Zustand sei. Trump warnte auch vor erneuten Angriffen, falls das Iran-Abkommen scheitert. Dies deutet darauf hin, dass Eskalationsrisiken weiterhin bestehen und stützt die Rohölpreise.
Unterdessen haben Händler ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) deutlich reduziert und rechnen nun mit etwa 30-40 Basispunkten (bps) an Erhöhungen bis zum Jahresende. Dies stellt weiterhin eine erhebliche Divergenz im Vergleich zum Signal der Fed dar, die bis Ende dieses Jahres eine Zinssenkung und eine weitere im Jahr 2027 erwartet. Dies wiederum begünstigt die Bullen im GBP/USD und erfordert Vorsicht, bevor man sich auf weitere Verluste positioniert.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.