Das Paar NZD/USD gibt im asiatischen Handel am Freitag leicht nach und notiert nahe 0,5855. Der neuseeländische Dollar (NZD) bleibt gegenüber dem US-Dollar (USD) nach gemischten chinesischen Wirtschaftsdaten schwach. Die Aufmerksamkeit wird sich später am Freitag auf den US-Inflationsbericht richten.
Die am Freitag vom National Bureau of Statistics of China veröffentlichten Daten zeigten, dass der chinesische Verbraucherpreisindex (VPI) im März um 1,0% YoY stieg, nach einem Anstieg von 1,3% im Februar. Diese Zahl fiel schwächer aus als die Schätzungen von 1,2%. Auf Monatsbasis lag die chinesische VPI-Inflation im März bei -0,7%, nach einem Anstieg von 1,0% zuvor, und damit schwächer als die erwartete Abnahme von 0,2%.
Darüber hinaus stieg der chinesische Erzeugerpreisindex (EPI) im März um 0,5% YoY, nach einem Rückgang von 0,9% im Februar. Der Wert lag über dem Marktkonsens von 0,4% Zuwachs. Diese gemischten Berichte haben jedoch kaum Auswirkungen auf den China-Proxy Kiwi.
Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) für März wird am Freitag im Fokus stehen. Für den Gesamt-VPI wird ein Anstieg von 3,3% YoY im März erwartet, nach 2,4% im Februar, getrieben durch stark gestiegene Ölpreise aufgrund des Kriegs im Nahen Osten. Der Kern-VPI wird voraussichtlich im März um 2,7% steigen, nach 2,5% zuvor. Bei einem schwächer als erwarteten Ergebnis könnte dies den USD gegenüber dem NZD belasten.
Die eskalierenden Spannungen und Unsicherheiten im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken. US-Präsident Donald Trump warf dem Iran vor, einen „sehr schlechten Job“ bei der Handhabung von Öl durch die Straße von Hormus zu machen. Trump fügte hinzu, er erwarte, dass der Iran den Bedingungen für einen Waffenstillstand vor den geplanten Verhandlungen an diesem Wochenende zustimmt, und warnte, dass er bei Nichtbefolgung groß angelegte Angriffe auf das Land anordnen werde.
US-Vizepräsident JD Vance sowie die leitenden Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind für Samstag zu Gesprächen in Pakistan über ein mögliches langfristiges Abkommen mit dem Iran eingeplant.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.