Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Freitag im negativen Bereich um 1,1690. Der Euro (EUR) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, da Händler vorsichtig bleiben, ob ein fragiler zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran halten wird. Alle Augen richten sich später am Freitag auf den US-Verbraucherpreisindex (VPI) für März.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte am Donnerstag, dass Gespräche zur Beendigung des Krieges davon abhängen, dass die USA ihre Verpflichtungen zum Waffenstillstand einhalten. Er behauptete, dass diese Verpflichtungen einen Waffenstillstand im Libanon umfassen, was die USA und Israel jedoch bestreiten und als nicht Teil der Vereinbarung ansehen.
Der US-Vizepräsident JD Vance sowie die leitenden Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner bereiten sich an diesem Wochenende in Pakistan auf Gespräche über eine mögliche langfristige Vereinbarung mit dem Iran vor. Eine zweiwöchige Pause der Feindseligkeiten scheint weitgehend eingehalten zu werden.
Die Unsicherheit im Nahen Osten bleibt jedoch hoch, und der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu sagte, dass das Land „weiterhin mit Gewalt gegen die Hisbollah vorgehen“ werde. Anhaltende Spannungen in dieser Region könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und kurzfristig Gegenwind für das wichtige Währungspaar erzeugen.
Der US-VPI-Inflationsbericht für März steht am Freitag im Fokus. Für den Gesamt-VPI wird ein Anstieg von 3,3 % im Jahresvergleich im März erwartet, verglichen mit 2,4 % im Februar, angetrieben durch stark gestiegene Ölpreise aufgrund des Krieges im Nahen Osten. Bei einem schwächer als erwarteten Ergebnis könnte dies den USD gegenüber dem EUR belasten.
Auf der anderen Seite des Atlantiks hat die Europäische Zentralbank (EZB) einen hawkischen Ton angeschlagen, wobei die Entscheidungsträger auf eine mögliche weitere Straffung hinweisen, falls der Preisdruck anhält. Händler haben ihre Wetten erhöht, wobei die Märkte nun zwei Zinserhöhungen und eine Wahrscheinlichkeit von über 50 % für eine dritte Maßnahme bis Dezember vollständig eingepreist haben, so Reuters.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.