Der Australische Dollar (AUD) stärkt sich am Dienstag gegenüber dem US-Dollar (USD), da der Greenback angesichts der fragilen Marktstimmung vor einer von US-Präsident Donald Trump gesetzten Frist für Iran nachgibt, bis 20:00 Uhr Eastern Time (00:00 GMT am Mittwoch) eine Einigung zu erzielen oder die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt das Paar bei etwa 0,6955 und liegt damit fast 0,54 % im Tagesverlauf im Plus. Unterdessen notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, bei rund 99,80, nachdem er Gewinne über der Marke von 100 nicht halten konnte.
Über die Schwäche des USD hinaus wird der Australische Dollar auch durch die Stärke des chinesischen Yuan (CNY) gestützt, nachdem die People's Bank of China den täglichen Referenzkurs auf 6,8854 festlegte, den stärksten Stand seit fast drei Jahren. Der AUD gilt aufgrund der engen Handelsbeziehungen Australiens mit China weithin als Proxy für die chinesische Wirtschaft.

Aus technischer Sicht zeigt das Tageschart, dass AUD/USD nach einer Unterstützung über dem 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 0,6842 eine moderate Erholung versucht. Das Paar testet derzeit das Niveau von 0,6950, das zuvor als wichtige Unterstützung diente und nun als unmittelbarer Widerstand wirkt.
Ein Ausbruch über diesen Bereich könnte den Weg in Richtung der psychologischen Marke von 0,7000 öffnen, die eng mit dem 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 0,7024 zusammenfällt.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung nahe dem 100-Tage-SMA. Ein Bruch unter dieses Niveau auf Tagesbasis könnte den Weg zur psychologischen Marke von 0,6700 öffnen, die eine frühere Ausbruchszone markiert.
Der Relative Strength Index (RSI) hat sich in Richtung der 50-Marke erholt, was auf ein stabilisierendes Momentum nach einem vorherigen Verlust des Aufwärtsdrucks hinweist. Unterdessen liegt die Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Linie leicht unter der Signallinie, bewegt sich jedoch nach oben in Richtung der Nulllinie, was darauf hindeutet, dass der bärische Druck nachlässt. Das MACD-Histogramm verengt sich ebenfalls, was die Ansicht verstärkt, dass der Abwärtsdruck nachlässt.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.