3,4 % in 12 Monaten: Wofür rüsten sich US-Verbraucher?

Quelle Fxstreet

Die Umfrage zu den Inflationserwartungen der Verbraucher (Survey of Consumer Expectations, SCE) der Federal Reserve (Fed) Bank of New York für März zeigte, dass die Inflationserwartungen für das nächste Jahr auf 3,4 % sprunghaft anstiegen, ein Plus von 0,4 Prozentpunkten gegenüber dem Wert von 3,0 % im Februar. Das ist der größte monatliche Anstieg seit einem Jahr und liegt deutlich über dem langfristigen Durchschnitt der Umfrage von 3,34 %. Die Verbraucher nannten erwartete Anstiege bei Benzin- und Lebensmittelpreisen als Haupttreiber, wobei die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten eine geopolitische Risikoprämie zu den alltäglichen Lebenshaltungskosten-Erwartungen hinzufügte.

Das Detail, das es zu beobachten gilt, ist die Laufzeitstruktur. Während die kurzfristigen Erwartungen sprunghaft anstiegen, stiegen die Erwartungen für drei Jahre nur leicht auf 3,1 % und die Erwartungen für fünf Jahre blieben mit 3,0 % unverändert. Diese Divergenz ist wichtig. Wenn die längerfristigen Erwartungen im Gleichschritt gestiegen wären, hätte die Federal Reserve (Fed) ein viel größeres Problem. Für den Moment deuten die Daten darauf hin, dass die Verbraucher die aktuellen Preisdrucke als vorübergehend, kriegsbedingt und noch nicht in der breiteren Inflationserwartung verankert ansehen.

Dennoch ist das Timing für die Fed unangenehm. Die Zentralbank beließ die Zinsen auf ihrer Sitzung im März unverändert, und ihr aktualisiertes Dot-Plot signalisierte nur eine Zinssenkung für den Rest des Jahres 2026, eine hawkische Verschiebung, die die Märkte ernst genommen haben. Das CME FedWatch Tool preist nun eine Wahrscheinlichkeit von 89,2 % für eine Zinspause bis Juni ein, mit besseren als 50 % Chancen, dass der Markt im weiteren Jahresverlauf keine Zinssenkungen sieht. Der Chefvolkswirt für die USA bei JPMorgan, Michael Feroli, geht noch weiter und prognostiziert null Zinssenkungen in diesem Jahr und eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im dritten Quartal 2027. Ein hartnäckiger Wert bei den Inflationserwartungen der Verbraucher wie der heutige verstärkt nur die „höher für länger“-Erzählung und gibt den politischen Entscheidungsträgern wenig Anlass, sich auf eine Lockerung zu stürzen.

Weiteres Gewicht wird nun den für diese Woche geplanten Sitzungsprotokollen des Federal Open Market Committee (FOMC) zukommen, die am Mittwoch veröffentlicht werden sollen. Die Investoren werden nach weiteren Anzeichen für hawkische Tendenzen in den internen Diskussionen der Fed Ausschau halten.

Inflation - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Inflation misst die Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen. Der Anstieg wird in der Regel als prozentuale Veränderung zum Vorjahresmonat oder Vorquartal ausgewiesen. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Lebensmittel und Energie ausschließt, ist der Maßstab, an dem sich Zentralbanken orientieren, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst die Preisentwicklung eines Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum. Er wird in der Regel als prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat (MoM) und zum Vorjahresmonat (YoY) ausgedrückt. Der Kern-CPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, steht im Fokus der Zentralbanken. Wenn der Kern-CPI über 2 % steigt, führt dies in der Regel zu Zinserhöhungen, und umgekehrt, wenn er unter 2 % fällt. Höhere Zinssätze sind in der Regel positiv für eine Währung, da sie zu Kapitalzuflüssen führen.

Entgegen der Intuition kann hohe Inflation den Wert einer Währung steigern, da Zentralbanken in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Dies lockt internationale Investoren an, die von höheren Renditen profitieren möchten.

Gold galt lange als sicherer Hafen in Zeiten hoher Inflation, da es seinen Wert behielt. In jüngerer Zeit hat sich dies jedoch verändert. Zwar wird Gold in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen genutzt, doch hohe Inflation führt oft dazu, dass Zentralbanken die Zinssätze anheben. Dies belastet Gold, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen erhöhen. Niedrigere Zinsen hingegen machen Gold wieder attraktiver.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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