Das Paar AUD/USD zieht im frühen asiatischen Handel am Montag einige Verkäufer an und nähert sich der Marke von 0,7000, belastet durch eine Risikoaversion. Der US-Dollar (USD) legt gegenüber dem australischen Dollar (AUD) zu, da die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten die Nachfrage nach sicheren Häfen stärken.
Der Guardian berichtete am Wochenende, dass US-Präsident Donald Trump am Samstag sagte, sie würden die Kraftwerke Irans „vernichten“, beginnend mit dem größten, falls Iran sich weigert, die Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden zu öffnen.
Iran warnte, dass es im Falle eines Angriffs der USA auf seine Kraftwerke Vergeltung üben und alle US-verbundenen Energieinfrastrukturen im Nahen Osten ins Visier nehmen werde. Anzeichen für einen langwierigen Krieg im US-israelischen Konflikt mit Iran könnten Händler zurück zu sicheren Häfen wie dem Greenback treiben und dem Paar Gegenwind verleihen.
Andererseits könnte eine hawkische Haltung der Reserve Bank of Australia (RBA) helfen, die Verluste des Aussie zu begrenzen. Die RBA erhöhte ihren Leitzins (Official Cash Rate, OCR) bei ihrer Sitzung im März letzte Woche um 25 Basispunkte (bps) auf 4,10 %. Dies markiert die zweite aufeinanderfolgende Zinserhöhung in diesem Jahr, nach einer Erhöhung um 25 Basispunkte im Februar.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.