Commerzbank-Experte Volkmar Baur weist darauf hin, dass die Reserve Bank of Australia in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal die Zinsen erhöht hat. Der Wechselkurs von AUD/USD bleibt jedoch unter 0,71 und zeigt sich weiterhin schwankungsanfällig. Eine knappe Abstimmung von 5 zu 4 Stimmen sowie Sorgen über eine stagflationäre Entwicklung lassen weitere Zinsschritte zwar möglich erscheinen, gelten aber nicht als Basisszenario. Selbst eine zusätzliche Anhebung dürfte den australischen Dollar kaum nachhaltig stützen.
„Bei ihrer geldpolitischen Sitzung heute Morgen hat die Reserve Bank of Australia ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Wir waren davon ausgegangen, dass die RBA bis zur nächsten Sitzung abwarten würde. Laut einer Bloomberg-Umfrage hatten jedoch die meisten Analysten mit einer Anhebung gerechnet, und der Markt hatte diese bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent eingepreist.“
„Die Reaktion des australischen Dollars fällt jedoch nicht unbedingt so aus, wie man sie nach einer Zinserhöhung erwarten würde. Derzeit liegt AUD/USD weiterhin unter 0,71 und schwankt zwischen Gewinnen und Verlusten.“
„Ein Grund dafür, der heute Morgen häufig genannt wird, ist die knappe Entscheidung der Notenbank. Der geldpolitische Ausschuss stimmte mit 5 zu 4 Stimmen und damit mit denkbar knapper Mehrheit für eine Zinserhöhung. Wer genau die Gegenstimmen abgegeben hat, ist bislang nicht bekannt.“
„Obwohl Gouverneurin Michelle Bullock in ihrer Pressekonferenz klarstellte, dass auch die Gegenstimmen grundsätzlich für eine Zinserhöhung gewesen seien und es lediglich um den Zeitpunkt gegangen sei, interpretieren einige dies weiterhin als Hinweis darauf, dass weitere Zinsschritte weniger wahrscheinlich sein könnten.“
„Diese Zinsentscheidungen werden nicht vor dem Hintergrund einer starken Wirtschaft getroffen, sondern in einem stagflationären Umfeld. Gouverneurin Bullock deutete dies ebenfalls an, als sie erklärte, dass sie zwar keine Rezession auslösen wolle, dies unter bestimmten Umständen jedoch notwendig sein könnte.“
„Insgesamt lässt sich aus der heutigen Sitzung mitnehmen, dass eine weitere Zinserhöhung der RBA durchaus möglich ist, auch wenn sie nicht unser Hauptszenario darstellt. Selbst wenn es zu einem weiteren Schritt kommen sollte, gehen wir jedoch weiterhin davon aus, dass dieser den australischen Dollar kaum nachhaltig stützen dürfte.“