Alarm bei der SNB: Starker Franken bringt Notenbank in Bedrängnis

Quelle Fxstreet

Die Devisenstrategin Jane Foley von Rabobank argumentiert, dass der Schweizer Franken zwar viele Kriterien eines sicheren Hafens erfülle, seine Stärke für die Schweizerische Nationalbank (SNB) angesichts der sehr niedrigen Inflation und eines Leitzinses von null jedoch problematisch bleibe. Foley betont zudem, dass Devisenmarktinterventionen durch mögliche Kritik des US-Finanzministeriums sowie jüngste handelspolitische Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Schweiz eingeschränkt seien – auch wenn SNB-Vertreter in der aktuellen politischen Krise eine höhere Interventionsbereitschaft signalisierten.

SNB zwischen Frankenstärke und Interventionsrisiken

„Auf dem Papier erfüllt der CHF viele Kriterien eines ‚sicheren Hafens‘. Die Liquidität ist ordentlich, die Schweiz verfügt über eine solide Haushaltslage, einen Leistungsbilanzüberschuss, eine glaubwürdige Zentralbank und ein stabiles Finanzsystem sowie über eine starke Rechtsstaatlichkeit. Die Stärke des CHF war jedoch in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder ein Dorn im Auge der SNB.“

„Die jüngste Inflationsrate gemessen am Schweizer Verbraucherpreisindex lag bei mageren 0,1 Prozent im Jahresvergleich (EU-harmonisierter Wert: 0,5 Prozent). Da der Leitzins bereits bei null liegt, hat die SNB nur begrenzten Spielraum bei den Zinsen. Zwar hat die SNB betont, dass eine Rückkehr zu Negativzinsen denkbar sei, doch ist dies offensichtlich keine optimale Lösung. Allerdings hat auch eine Intervention am Devisenmarkt ihre Nachteile.“

„Neben der Möglichkeit, dass solche Eingriffe wirkungslos bleiben könnten, besteht das offensichtliche Risiko darin, den Unmut des US-Finanzministeriums auf sich zu ziehen. Im vergangenen Jahr führte die Schweiz sehr schwierige Handelsverhandlungen mit den USA, nachdem US-Präsident Donald Trump gegenseitige Zölle von 39 Prozent angekündigt hatte. Diese wurden im November schließlich auf 15 Prozent gesenkt – allerdings nicht ohne Kosten.“

„Über den Handelsgesprächen zwischen den USA und der Schweiz schwebte zudem die Tatsache, dass die Schweiz auf der Beobachtungsliste des US-Finanzministeriums für Währungspolitik stand. Diese Einstufung wurde Anfang dieses Jahres erneut bestätigt. Allerdings veröffentlichten das US-Finanzministerium und die Schweizer Behörden im vergangenen September eine gemeinsame Erklärung, in der bestätigt wurde, dass keines der beiden Länder den Wechselkurs zu Wettbewerbszwecken anstrebt. Zugleich wurde anerkannt, dass ‚Interventionen am Devisenmarkt ein wichtiges geldpolitisches Instrument für die SNB sind, um angemessene monetäre Bedingungen sicherzustellen und ihr gesetzliches Mandat zur Preisstabilität zu erfüllen‘.“

„Die Erklärung vom September verlieh auch den Aussagen von SNB-Vizepräsident Martin Schlegel vom 4. März zusätzliches Gewicht, wonach ‚unsere Bereitschaft zu intervenieren, unsere Entschlossenheit zu intervenieren, angesichts des jüngsten politischen Ereignisses höher ist‘. Dem war bereits am 2. März eine ähnliche Erklärung gegenüber Medien vorausgegangen.“

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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