Die RBNZ hielt den OCR am Mittwoch stabil, wie von den Märkten allgemein erwartet, aber der Ton war der Marktbewegende. Die aktualisierte Prognose von Gouverneur Breman positionierte die erste potenzielle Zinserhöhung viel später als die Märkte bis Ende des Jahres eingepreist hatten, was zu einem starken Ausverkauf des neuseeländischen Dollars (NZD) auf breiter Front führte. Die dovishe Guidance steht im Gegensatz zur hawkischen Haltung der RBA nach ihrer Zinserhöhung im Februar auf 3,85%, was eine klare politische Divergenz zwischen den beiden antipodischen Zentralbanken eröffnet. Die Verbraucherinflation Neuseelands liegt mit 3,1% im Jahresvergleich weiterhin über dem Zielmittelpunkt der RBNZ, beschleunigt sich jedoch nicht, was den politischen Entscheidungsträgern Spielraum gibt, abzuwarten. Die Handelsbilanzdaten am späten Donnerstag und die Rede von Gouverneur Breman werden auf Nuancen zum wirtschaftlichen Ausblick beobachtet.
Auf dem Tages-Chart öffnete NZD/USD am Mittwoch nahe 0,6050, bevor es prompt um 1,35% fiel. Der Ausverkauf erzeugte eine große bärische Kerze, die unter die psychologische Marke von 0,6000 brach und die meisten Gewinne der letzten zwei Wochen auslöschte. Trotz des Rückgangs hält sich der Preis weiterhin über dem 50-Tage-EMA knapp über 0,5900 und deutlich über dem 200-Tage-EMA nahe 0,5850, sodass der breitere Aufwärtstrend vom Novembertief nahe 0,5580 weiterhin besteht. Der Stochastische Oszillator hat bärisch aus der oberen Zone gekreuzt, was darauf hindeutet, dass sich das Momentum kurzfristig nach unten verschoben hat. Die unmittelbare Unterstützung liegt beim 50-Tage-EMA nahe 0,5907; ein Bruch darunter würde 0,5850 und den 200-Tage-EMA anvisieren. Der Widerstand liegt nun bei 0,6000, mit dem Jahreshoch bei 0,6094 darüber.

Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.