Das Währungspaar EUR/GBP gewinnt während der frühen europäischen Handelsstunden am Montag an Zugkraft und nähert sich 0,8675. Der Euro (EUR) steigt gegenüber dem Pfund Sterling (GBP), da die Europäische Zentralbank (EZB) signalisiert hat, dass sie derzeit auf einem stabilen Zinspfad ist, ohne kurzfristige Debatten über weitere Zinssenkungen, sofern die aktuellen wirtschaftlichen Prognosen zutreffen.
Die EZB hat die Zinsen seit dem Ende eines Zinssenkungszyklus im Juni 2025 auf dem aktuellen Niveau gehalten und deutete letzten Monat an, dass sie es nicht eilig hat, die Politik erneut zu ändern. Der EZB-Rat wird weiterhin einen "datenabhängigen und sitzungsbasierten Ansatz" verfolgen, ohne sich im Voraus auf einen bestimmten zukünftigen Zinspfad festzulegen. Die Entscheidungsträger erklärten weiter, dass die Entscheidungen auf der Bewertung der Inflationsprognose basieren werden.
Stärker als erwartete monatliche BIP-Daten, die letzte Woche veröffentlicht wurden, dämpften die Wetten auf Zinssenkungen der Bank of England (BoE) und machten eine Zinssenkung im Februar weniger wahrscheinlich. Dies könnte wiederum dem GBP Unterstützung bieten und als Gegenwind für das Währungspaar wirken. Die britische Wirtschaft wuchs im November um 0,3% im Monatsvergleich, nach einem Rückgang von 0,1% im Oktober, was deutlich über den Prognosen von 0,1% Wachstum liegt.
Händler werden später in dieser Woche weitere Hinweise aus den wichtigen wirtschaftlichen Daten des Vereinigten Königreichs, einschließlich der Beschäftigungs- und Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflationsdaten, aufnehmen. Diese Berichte könnten einige Hinweise auf die geldpolitischen Aussichten der BoE geben. Wenn die Werte stärkere als erwartete Ergebnisse zeigen, könnten sie das Pfund Sterling kurzfristig stärken.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.