TradingKey – Am 6. August Ortszeit hat SpaceX ( SPCX) offiziell bestätigt, dass Tesla ( TSLA) und SpaceX gemeinsam die Terafab-Superchip-Fabrik in Grimes County im US-Bundesstaat Texas bauen werden. Damit ist das seit Langem geplante Terafab-Projekt nun endgültig von der Konzeptphase in die tatsächliche Investitionsphase übergegangen.
Nach von SpaceX veröffentlichten Informationen beläuft sich das anfängliche Investitionsvolumen des Projekts auf 16,8 Milliarden US-Dollar, wobei die Gesamtinvestition im Zuge des künftigen Ausbaus noch weiter steigen könnte. Im Mai dieses Jahres offengelegte Projektdokumente zeigten, dass die potenzielle Obergrenze für die Investitionen in den mehrphasigen Bau von Terafab bis zu 119 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.
Was bei Terafab das größte Aufsehen erregt, ist nicht nur die Investitionssumme, sondern auch die geplante gewaltige Dimension: Die Produktionsfläche soll voraussichtlich über 100 Millionen Quadratfuß oder rund 9,3 Millionen Quadratmeter betragen. Laut Musk könnte diese Fabrik letztendlich zu einer der "größten und wertvollsten Strukturen der Erde" werden.

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Noch wichtiger ist, dass Terafab keine einzelne Fabrik im herkömmlichen Sinne ist. Nach den derzeit angekündigten Plänen wird sie fortschrittliche Logikchips, Speicherchips, Packaging und Testing in ein und demselben System vereinen, mit dem Ziel, einen hochgradig vertikal integrierten Chipproduktionsstandort zu errichten.
Der wesentliche Grund für Terafab ist die rasant wachsende Nachfrage nach Rechenleistung seitens Tesla und SpaceX, gepaart mit Musks Überzeugung, dass das bestehende System zur Chipversorgung Schwierigkeiten haben wird, den künftigen Bedarf zu decken.
Tesla baut seine Aktivitäten rund um den humanoiden Roboter Optimus und das autonome Fahren aus, während neue Projekte wie das Cybercab ebenfalls enorme Rechenressourcen erfordern. Unterdessen plant SpaceX, sein Satelliten-Internetgeschäft weiterzuentwickeln und den Einsatz von Rechenzentren im Weltraum zu prüfen. Da diese Vorhaben gleichzeitig voranschreiten, wird erwartet, dass der Bedarf an Prozessoren, Speicherchips und KI-Rechenleistung weiter steigen wird.
Musk hat bereits mehrfach betont, dass die Chipversorgung zu einem Schlüsselfaktor geworden ist, der die Expansion der entsprechenden Geschäftsbereiche einschränkt. Anstatt sich langfristig auf externe Lieferanten zu verlassen, sei es besser, die Versorgungssicherheit durch den Aufbau eigener Produktionskapazitäten zu erhöhen.
SpaceX positioniert dieses Projekt als eine Infrastruktur, die eine Brücke zwischen den aktuellen globalen Chip-Lieferkapazitäten und dem zukünftigen Rechenbedarf schlägt. Nach dem endgültigen Konzept soll die angestrebte jährliche Rechenkapazität von Terafab 1 Terawatt beziehungsweise 1.000 Gigawatt überschreiten.
Was die Aufteilung betrifft, schätzte Musk zuvor, dass etwa ein Viertel der von Terafab bereitgestellten Rechenkapazität für Tesla bestimmt sein würde, einschließlich Projekten wie Optimus und Cybercab, während der Rest hauptsächlich für die KI-Raumschiffe und Weltraum-Rechenzentren von SpaceX reserviert sein soll.
Dies deutet darauf hin, dass Terafab nicht nur auf die Senkung der Chipbeschaffungskosten abzielt, sondern einen Versuch darstellt, bereits ab der Phase der Chipherstellung ein langfristig stabiles System zur Versorgung mit Rechenleistung für Musks verschiedene KI-Projekte aufzubauen.
Basierend auf den bisher offengelegten Informationen handelt es sich bei Terafab um ein Großbauprojekt, dessen Umsetzung mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. SpaceX und Tesla haben eine Anfangsinvestition von 16,8 Milliarden US-Dollar bestätigt, während die zuvor offengelegten 119 Milliarden US-Dollar die potenzielle Investitionsobergrenze für künftige mehrphasige Erweiterungen des Projekts darstellen und keine einmalige Kapitalzusage.
Nachdem der Projektstandort im texanischen Grimes County bestätigt wurde, einigte sich SpaceX zudem mit der lokalen Regierung über Investitionen und Beschäftigung. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, bis 2030 mindestens 5 Milliarden US-Dollar zu investieren, und plant, Tausende von Arbeitsplätzen zu schaffen.
Das Projekt wird voraussichtlich bereits 2027 mit einer frühen Produktion beginnen und die Kapazität um 2028 schrittweise hochfahren. Texas hat zudem politische Unterstützung bereitgestellt, darunter einen Zuschuss aus dem Enterprise Fund in Höhe von 30 Millionen US-Dollar.
Unterdessen wurde auch Intel in den Kooperationsrahmen von Terafab eingebunden. Frühere Marktberichte deuteten darauf hin, dass Intel an dem Projekt beteiligt sein und eine Rolle bei fortschrittlichen Fertigungsprozessen spielen würde. Für Intel könnte dies auch eine Gelegenheit darstellen, neue Wachstumsfelder für sein Foundry-Geschäft zu erschließen.
Kurzfristig dürfte diese Gigafactory das weltweite Angebot und die Nachfrage auf dem Chipmarkt jedoch kaum schnell verändern. Die tatsächliche Produktionskapazität, die das Projekt letztendlich erreichen kann, hängt weiterhin von Faktoren wie der Lieferung hochentwickelter Ausrüstung, der Auswahl der Prozessknoten und der Ausbeute in der Serienproduktion ab.
Aus strategischer Perspektive steht Terafab im Einklang mit Musks kontinuierlichen Bemühungen in den vergangenen Jahren, die vertikale Integration zu stärken.
Tesla hofft, sein KI-Geschäft durch selbst entwickelte Chips und Robotik auszubauen, während SpaceX das Satelliteninternet, KI-Raumfahrzeuge und künftige Weltraum-Rechenzentren vorantreibt. Da mehrere Geschäftsbereiche gleichzeitig in eine Phase hoher Rechenleistung eintreten, entwickeln sich Chips allmählich von einer Standardkomponente der Lieferkette zu einer strategischen Ressource innerhalb von Musks Ökosystem.
Sollte Terafab letztlich eine erfolgreiche Serienproduktion erreichen, werden Tesla und SpaceX eine größere Autonomie bei der Chipversorgung erlangen, während gleichzeitig Chipherstellung, Speicherung, Packaging und Recheninfrastruktur miteinander verknüpft werden könnten, um ein umfassenderes KI-Hardware-Ökosystem zu bilden.
Doch genau hier liegt die eigentliche Herausforderung für Terafab. Der Bau einer Mega-Chipfabrik bedeutet nicht automatisch, über stabile Kapazitäten bei fortschrittlichen Fertigungsprozessen zu verfügen; Kapitalinvestitionen, Anlagenlieferungen, Prozessfähigkeiten, die Steigerung der Ausbeute sowie die Sicherheit der Energie- und Wasserversorgung werden darüber entscheiden, ob das Projekt letztlich die Erwartungen erfüllen kann.
Daher sollte der Hauptfokus im Moment nicht auf der potenziellen Investitionsobergrenze von 119 Milliarden US-Dollar liegen, sondern vielmehr darauf, ob die anfängliche Finanzierung von 16,8 Milliarden US-Dollar das Projekt zum planmäßigen Baubeginn führen kann und ob Terafab in den nächsten zwei bis drei Jahren tatsächlich echte Serienproduktionskapazitäten aufbauen kann.