Gold konsolidiert unter $4,600 – nahe Rekordhoch vor US-CPI, Fed-Sorgen stützen

Autor: Mitrade Team
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  • Gold (XAU/USD) bewegt sich am Dienstag in Asien seitwärts unter $4,600 und unter dem am Vortag erreichten Allzeithoch, während der Markt auf den US-CPI wartet.

  • Zweifel an der Fed-Unabhängigkeit und weiter eingepreiste Zinssenkungen halten den USD unter Druck und stützen das zinslose Edelmetall.

  • Geopolitische Risiken bleiben ein Rückenwind; kurzfristig mahnt der überkaufte RSI zur Vorsicht.

Gold (XAU/USD) konsolidiert am Dienstag in der asiatischen Sitzung knapp unter der $4,600-Marke und unter dem am Vortag markierten Rekordhoch. Viele Marktteilnehmer gehen vor der Veröffentlichung der neuesten US-Inflationsdaten in Wartestellung. Der US-CPI dürfte neue Hinweise auf den Zinspfad der Fed liefern – und damit auch den kurzfristigen Takt für den US-Dollar und Gold vorgeben. Zusätzlich wirkt ein insgesamt freundlicherer Aktienmarkt als Gegenwind für den klassischen Safe Haven.

Gleichzeitig bleibt die Abwärtsseite bei Gold bislang begrenzt. Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed halten die USD-Bullen defensiv. Zudem stützen geopolitische Risiken – genannt werden die US-Inkursion in Venezuela, Trumps Drohung mit militärischen Optionen im Zusammenhang mit den Unruhen im Iran, das Drängen des Weißen Hauses auf den Erwerb von Grönland sowie der anhaltende Russland-Ukraine-Krieg. Damit bleibt der „Pfad des geringsten Widerstands“ für XAU/USD grundsätzlich nach oben gerichtet; Rücksetzer können im Markt weiter als Kaufgelegenheiten interpretiert werden. Allerdings sind die Bedingungen leicht überkauft, was kurzfristig Vorsicht rechtfertigt.

Daily Digest: Markt wartet auf CPI für neue Fed-Signale

Eine strafrechtliche Untersuchung der Trump-Administration gegen Fed-Chef Jerome Powell schürte zu Wochenbeginn Unsicherheit über die Unabhängigkeit der US-Notenbank und trieb Gold zunächst auf ein neues Allzeithoch. Powell sagte in einer seltenen Stellungnahme, die Drohung strafrechtlicher Schritte sei eine Folge von Trumps Verärgerung darüber, dass die Fed trotz wiederholten öffentlichen Drucks die Zinsen nicht senke.

Auch geopolitisch bleibt der Ton angespannt. Trump sagte Reportern, er erwäge eine Reihe von Optionen – einschließlich möglicher militärischer Schritte – als Reaktion auf Irans Vorgehen gegen Massenproteste. Zudem kündigte Trump spät am Montag an, dass jedes Land, das mit Iran Geschäfte macht, mit einem neuen 25%-Zoll auf seine Exporte in die USA belegt werde. Auch das wirkt als zusätzlicher Rückenwind für Gold.

Die zuletzt veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten (NFP) vom Freitag stützten die These, dass die Geldpolitik im ersten Quartal möglicherweise zunächst unverändert bleibt. Dennoch preisen Händler weiterhin zwei weitere Zinssenkungen der Fed später in diesem Jahr ein. Das hilft dem US-Dollar nicht, nachhaltige Käufer anzuziehen – und stützt damit Gold. Vor neuen Positionierungen warten die Bullen jedoch auf die Inflationsdaten.

Für den US-CPI wird erwartet, dass die Verbraucherpreise im Dezember um 0.3% gestiegen sind, während die Jahresrate bei 2.7% stabil bleiben soll. Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) wird bei 2.7% YoY gesehen. Jede deutliche Abweichung vom Konsens könnte die Einschätzung einer möglichen Zinssenkung bei der Sitzung am January 28 verschieben – und damit Volatilität bei USD und XAU/USD auslösen.

Technische Lage: Widerstand im Kanalbereich um $4,650 – Trend bleibt intakt

Chart Analysis XAU/USD

Der Aufwärtstrend wird durch einen ansteigenden Kanal ausgehend von $3,920.24 geführt; Widerstand liegt nahe der Oberkante um $4,656.02. Die 50-Tage-SMA steigt weiter und unterstreicht eine robuste Kaufneigung. XAU/USD hält sich oberhalb dieser Durchschnittslinie, was den bullischen Grundton stützt.

Der MACD liegt über der Signallinie und beide Werte befinden sich im positiven Bereich; ein sich ausweitendes positives Histogramm spricht für zunehmendes Momentum. Gleichzeitig liegt der RSI bei 70.26 (überkauft), was Gewinne in Richtung der Kanaloberkante begrenzen kann.

Solange die 50-Tage-SMA weiter steigt und der Preis diese respektiert, bleiben die Trendbedingungen günstig. Als nahe Unterstützung wird die SMA bei $4,255.80 genannt. Momentum könnte zwar abkühlen, solange der RSI überkauft bleibt – Rücksetzer sollten jedoch oberhalb der SMA begrenzt bleiben. Ein Tagesschluss über der Kanaloberkante würde wiederum Raum für eine Fortsetzung in höheres Terrain öffnen.

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