TradingKey - Robinhood steigt erstmals ins IPO-Emissionsgeschäft ein: Kann der Aktienkurs auf ein Allzeithoch von 153 US-Dollar klettern?
Laut einem Bericht des Wall Street Journal vom 7. September fungiert Robinhood (HOOD) als Konsortialbank für den Smart-Ring-Hersteller Oura. Dies ist das erste Mal, dass sich Robinhood am IPO-Emissionsgeschäft beteiligt, und markiert den offiziellen Start seines lukrativen Investmentbanking-Geschäfts. Dem Bericht zufolge wurde Robinhood im Juni dieses Jahres offiziell als IPO-Emissionsbank zugelassen, was seinen Wandel von einem Privatanleger-Broker zu einem umfassenden Finanz-Ökosystem auf institutionellem Niveau signalisiert. Kann dieser Wandel den Aktienkurs von Robinhood jedoch weiter antreiben, sodass er sein Allzeithoch herausfordert?
In der Vergangenheit konnte Robinhood neue Aktien nur in geringem Umfang über traditionelle Investmentbanken an Privatanleger zuteilen. Dies führte zu geringen Gewinnspannen, während die Zuteilung von anderen kontrolliert wurde. Nun, nach dem Erwerb der Lizenz als Konsortialbank, kann Robinhood direkt mit Unternehmen zusammenarbeiten, die einen Börsengang planen. Dadurch erzielt das Unternehmen margenstärkere Konsortialgebühren und kann für die Privatanleger auf seiner Plattform mehr hochwertige IPO-Zuteilungen sichern.
Die Einnahmen von Robinhood aus dem IPO-Emissionsgeschäft hängen nicht nur vom allgemeinen IPO-Markt ab, sondern auch von der eigenen Marktstellung. Das Investmentbanking ist stark vom makroökonomischen Umfeld abhängig. Erleben US-Tech- und Einhorn-Börsengänge einen Boom, generiert das Emissionsgeschäft explosionsartige Erträge außerhalb des Handelsgeschäfts; entwickelt sich der Markt hingegen rückläufig, belastet ein Einfrieren der IPO-Aktivitäten die Gesamtergebnisse. In den vergangenen zwei Jahren steckte der US-IPO-Markt in einer Flaute, zeigt nun jedoch Anzeichen einer Erholung und zieht rasch wieder an.
Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt der Einfluss von Robinhood jedoch sehr überschaubar, und die daraus resultierenden Einnahmen dürften recht begrenzt sein. Berichten zufolge beteiligen sich 18 Institute, darunter Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan Chase, am Börsengang von Oura, wobei Robinhood an letzter Stelle rangiert. Reena Aggarwal, Finanzprofessorin an der Georgetown University, erklärte dazu: „Der anfängliche Einfluss von Robinhood auf den IPO-Emissionsmarkt bleibt begrenzt.“
Die Zulassung als Konsortialbank ist zwar ein starkes Instrument, um das Bewertungspotenzial von Robinhood nach oben zu verschieben, jedoch stützen sich die Kerneinnahmen weiterhin auf das Handelsvolumen mit Kryptowährungen, Zinserträge und das kontinuierliche Wachstum des Kundenvermögens. Daher ist ein erheblicher kurzfristiger Effekt auf den Aktienkurs unwahrscheinlich. Im Übernachthandel am 8. September legte Robinhood um weniger als 1 % zu und notierte bei 123 US-Dollar.
Zuletzt stieg der DeFi TVL von Robinhood weiter an, übertraf kurzzeitig 900 Millionen US-Dollar und trieb eine anhaltende Erholung des Aktienkurses an. Nachdem die Aktie nun den starken Fibonacci-Widerstand von 0,618 (entspricht 120 US-Dollar) durchbrochen hat, wird erwartet, dass sie weiter in Richtung der Marke von 135 US-Dollar vorrückt – der letzten entscheidenden Hürde für eine Trendwende. Gelingt der Ausbruch über dieses Niveau, ist ein Test des Allzeithochs von 153 US-Dollar bis zum Jahresende sehr wahrscheinlich.
Robinhood-Aktienkurschart, Quelle: TradingView