WTI-Rohölpreisprognose: Könnte der Ölpreis bei weiterer Eskalation des US-Iran-Konflikts wieder über 100 $ steigen?

Quelle Tradingkey

TradingKey – Im asiatischen Handel am 8. September schwankten die WTI-Rohölpreise (USOIL) weiterhin auf hohem Niveau. Zuletzt notierte der Kurs mit einem Tagesplus von 1,2 % höher bei knapp 92,30 US-Dollar, nachdem er zuvor ein Fast-Zweimonatshoch von 93,29 US-Dollar erreicht hatte. In der vergangenen Woche verzeichnete WTI einen kumulierten Zuwachs von knapp 10 %. Die erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, Schifffahrtsbeschränkungen in der Straße von Hormus sowie das Aussetzen weiterer Fördererhöhungen durch die OPEC+ verliehen den Ölpreisen gemeinsam anhaltenden Auftrieb.

Eskalierender US-Iran-Konflikt schürt erneut Angebotssorgen

Aus fundamentaler Sicht setzte WTI seinen Anstieg zuletzt fort, wobei der Haupttreiber weiterhin die Risiken für die Erdölversorgung im Nahen Osten sind, die aus dem sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran resultieren. Da beide Seiten eine neue Welle von Aktionen gegen Öltanker und damit verbundene militärische Ziele gestartet haben, hat sich der Schwerpunkt am Markt von rein geopolitischen Spannungen auf die Frage verlagert, ob der Konflikt die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und die Rohölexporte aus dem Persischen Golf weiter beeinträchtigen wird.

Zuletzt ist die Zahl der Rohstofffrachter, die die Straße von Hormus passieren, spürbar gesunken, während die Sicherheits- und Versicherungsrisiken für kommerzielle Öltanker parallel dazu gestiegen sind. Da über die Straße von Hormus ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt wird, muss der Markt – falls der Schiffsverkehr dauerhaft unter dem normalen Niveau bleibt – selbst bei nicht vollständig unterbrochenen Rohölexporten eine höhere Risikoprämie für potenzielle Lieferausfälle einpreisen.

Unterdessen beschloss die OPEC+, ihre bestehende Förderpolitik im Oktober unverändert beizubehalten, und unterbrach damit ihre bisherige Serie aufeinanderfolgender Fördererhöhungen. Dies bedeutet, dass angesichts der steigenden Versorgungsunsicherheit im Nahen Osten der kurzfristige Puffer durch ein zusätzliches Angebot der OPEC+ geringer ausfällt, was den Ölpreisen weitere Unterstützung bietet.

Allerdings ist WTI seit Ende August bereits rasch von knapp 80 US-Dollar auf über 92 US-Dollar gestiegen, womit ein Teil des geopolitischen Risikos bereits eingepreist ist. Ob die Ölpreise künftig weiter die Marken von 97 US-Dollar oder gar 100 US-Dollar testen können, hängt entscheidend von den tatsächlichen Bedingungen für die Schifffahrt in der Straße von Hormus ab sowie davon, ob es beim Rohöl aus dem Nahen Osten zu ausgeprägteren Lieferausfällen kommt.

Sollten sich die Angriffe auf kommerzielle Tanker weiter ausweiten oder Energieanlagen wie große Ölfelder und Exportterminals betroffen sein, könnte WTI seinen Weg nach oben fortsetzen. Sollten umgekehrt Signale für Verhandlungen oder einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran auftauchen und sich die Schifffahrt erholen, könnte die derzeit erhöhte Risikoprämie rasch wieder schwinden.

Technische Analyse des WTI-Rohölpreises: 93,50 $ wird zum zentralen Widerstand

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Tageschart des WTI-Rohölpreises, Quelle: TradingView

Ein Blick auf den Tageschart der WTI-Rohölpreise zeigt, dass die Ölpreise, getrieben durch die Eskalation des US-Iran-Konflikts, unlängst von 80 US-Dollar auf ein Hoch von 93,29 US-Dollar gestiegen sind. Die kurzfristige Kerzenformation weist ein deutliches Muster kontinuierlich höherer Hochs und höherer Tiefs auf, was darauf hindeutet, dass der kurzfristige Aufwärtstrend intakt bleibt. Unterdessen kreuzten die gleitenden 5- und 10-Tage-Durchschnitte nacheinander den gleitenden 144-Tage-Durchschnitt nach oben, was eine Golden-Cross-Formation bildet und das kurzfristige bullische Momentum weiter stärkt.

Heute rückten die Ölpreise bis knapp unter das Erholungshoch vom 23. Juli von 93,50 US-Dollar vor, was den kurzfristigen Aufwärtsdruck erhöht. Wenn die Ölpreise die Marke von 93,50 US-Dollar effektiv nach oben durchbrechen und behaupten können, eröffnet sich weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 97,00 US-Dollar. Weiter oben könnten die Preise die Marke von 100 US-Dollar testen und sogar 105 US-Dollar herausfordern.

Auf der Unterseite ist die wichtigste zu beachtende Unterstützung der Bereich von 91 bis 90 US-Dollar. Fallen die Ölpreise unter 90 US-Dollar, könnten sie weiter die Unterstützung nahe 87,70 US-Dollar testen; setzt sich der Rückgang fort, könnten sie die Unterstützung beim gleitenden 20-Tage-Durchschnitt testen.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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