Asiatische Aktien steigen am Montag trotz erneuter Feindseligkeiten in der Straße von Hormus, die die Ölpreise stark ansteigen ließen, die Inflationssorgen verstärkten und die Chancen auf weitere Zinserhöhungen der Zentralbanken erhöhten.
Bei Redaktionsschluss notierte der japanische Nikkei 225 fast 1 % höher bei 59.050, während der Hang Seng Index in Hongkong um 0,60 % auf über 26.300 stieg, der SSE Composite Index Chinas um 0,59 % auf knapp 4.070 zulegte und der Kospi Südkoreas um 1,30 % auf knapp 6.270 zulegte. Der GIFT Nifty Indiens stieg um 0,14 % und notierte bei 24.450, was auf einen positiven bis neutralen Handelsstart des Nifty Index am Montag hindeutet.
Die Händler dürften jedoch vorsichtig agieren, da der Marktoptimismus alles andere als stabil ist. Die iranischen Behörden hatten am Freitag kurzzeitig signalisiert, dass die Straße wieder geöffnet werde, kehrten diese Entscheidung jedoch am Samstag um, nachdem US-Präsident Donald Trump sich geweigert hatte, die Blockade der iranischen Häfen aufzuheben.
Das iranische Militär erklärte, die Vereinigten Staaten (USA) hätten den Waffenstillstand gebrochen, indem sie auf eines der iranischen Handelsschiffe feuerten, und warnte, bald Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen. Unterdessen bestätigte Präsident Trump, dass die US-Marine ein iranisches Frachtschiff mit iranischer Flagge im Golf von Oman beschossen und beschlagnahmt habe, nachdem es den Anordnungen zum Anhalten beim Verlassen von Hormus nicht nachgekommen sei.
Trump erklärte auf Truth Social, dass US-Beamte am Montag nach Islamabad reisen werden, um Gespräche mit Iran zu führen. Die iranischen Staatsmedien, die Islamic Republic News Agency (IRNA), berichteten jedoch, dass Teheran die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit US-Beamten abgelehnt habe und unter anderem von „unrealistischen Erwartungen“ sprach.
Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.
Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.
Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.
Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.