Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Dr. Vincent Stamer, geht davon aus, dass der ölgetriebene Inflationsanstieg das Wirtschaftswachstum im Euroraum in diesem Jahr dämpfen wird. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach um mehr als 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen. Sollte der Ölpreis dauerhaft auf 100 US-Dollar steigen, wären die Auswirkungen deutlich stärker. Modelle signalisierten jedoch einen Nachholeffekt, sobald die Energiekosten im kommenden Jahr wieder sinken.
"Der Anstieg der Inflation dürfte auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum verlangsamen. Für viele Menschen dürfte ein Anstieg der Benzin- und Dieselpreise eine Belastung darstellen und die Unsicherheit erhöhen. Infolgedessen würden die Verbraucher weniger Geld für in Europa produzierte Waren und Dienstleistungen ausgeben. Auch für die Unternehmen würden die Kosten steigen."
"Beide Faktoren würden der Binnenwirtschaft schaden, sodass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr wahrscheinlich um mehr als 0,1 Prozentpunkte niedriger ausfallen wird. Sollte der Ölpreis weiter auf 100 US-Dollar steigen, wäre der Effekt deutlich stärker."
"Für das kommende Jahr prognostizieren unsere quantitativen Modelle jedoch einen Nachholeffekt, sobald die Kosten für Öl und Kraftstoffe wieder gesunken sind. Auch Anpassungseffekte wie eine Verlagerung hin zu weniger energieintensiven Gütern und Dienstleistungen dürften eine Rolle spielen."
"Diese Schätzung der Auswirkungen ist jedoch mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet."