Dow Jones im Warnmodus: Diese Marken müssen Anleger kennen

Quelle Fxstreet

Der Dow Jones steht an einem Punkt, an dem aus einer normalen Korrektur schnell mehr werden könnte. Der US 30 Cash notiert zum Wochenauftakt bei 51.175,6 Punkten und damit nur noch knapp über einer Unterstützungszone, die technisch deutlich wichtiger ist als die aktuelle Tagesbewegung vermuten lässt.

Kurzfristig haben die Verkäufer weiter die Kontrolle. Gleichzeitig rückt mit der 200-Tage-Linie eine Marke näher, die viele Anleger sehr genau beobachten. Genau deshalb wird es jetzt spannend: Hält diese Zone, wäre eine technische Erholung möglich. Fällt sie, könnte sich der Abwärtsdruck beim Dow Jones deutlich verschärfen.

Dow Jones
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Beim Dow Jones bleibt der Druck hoch

Ein Blick auf das Momentum zeigt, warum die Lage angespannt bleibt.

Der MACD liegt aktuell bei rund -415,38 und damit unter seiner Signallinie bei etwa -409,67. Das bestätigt, dass der kurzfristige Trend weiterhin negativ ist und die Verkäufer bislang die Oberhand behalten.

Auch die wichtigsten gleitenden Durchschnitte sprechen noch nicht für Entwarnung.

Der Dow Jones liegt unter dem 20-Tage-Durchschnitt bei 51.647,5 Punkten und ebenfalls klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 52.659,0 Punkten. Hinzu kommt die Ichimoku-Wolke, die ungefähr zwischen 51.566,6 und 52.544,5 Punkten verläuft. Auch der SuperTrend liegt mit rund 52.409,6 Punkten deutlich über dem aktuellen Kurs.

Das Problem liegt damit auf der Hand: Selbst wenn der Dow Jones kurzfristig nach oben dreht, wartet bereits relativ schnell die nächste Widerstandszone.

Zwischen gut 51.600 und knapp 52.700 Punkten liegen gleich mehrere technische Hürden dicht beieinander. Eine Erholung wäre deshalb zunächst noch kein Beweis dafür, dass der Abwärtstrend beendet ist.

Diese Unterstützung darf jetzt nicht brechen

Auf der Unterseite wird es deutlich interessanter.

Zwischen rund 50.593 und 50.948,5 Punkten liegt eine Zone, die für den weiteren Verlauf entscheidend werden könnte.

Bei 50.948,5 Punkten befindet sich das 38,2-%-Fibonacci-Retracement. Nur wenige Hundert Punkte tiefer verläuft bei etwa 50.593,3 Punkten die 200-Tage-Linie.

Gerade diese Kombination macht den Bereich so wichtig.

Die 200-Tage-Linie gilt bei vielen Marktteilnehmern als eine der zentralen Marken für den langfristigen Trend. Solange ein Index darüber handelt, bleibt das größere Chartbild meist vergleichsweise stabil. Ein nachhaltiger Bruch kann dagegen ein Warnsignal sein, dass sich aus einer normalen Korrektur eine tiefere Abwärtsbewegung entwickelt.

Beim Dow Jones wäre deshalb ein Tagesschluss unter 50.593 Punkten technisch deutlich negativer zu werten als ein kurzfristiger Rutsch während des Handels.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Die jüngste Tageskerze war zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht abgeschlossen. Intraday-Bewegungen unter eine Unterstützung sind deshalb nicht automatisch mit einem bestätigten Ausbruch gleichzusetzen.

Entscheidend ist, wo der Dow Jones am Ende des Handelstages schließt.

Sollte die 200-Tage-Linie tatsächlich auf Schlusskursbasis fallen, wäre das nächste größere Ziel auf der Unterseite schnell gefunden.

Das 50,0-%-Fibonacci-Retracement liegt bei rund 49.776,7 Punkten.

Damit würde sich das Risiko einer tieferen Korrektur klar erhöhen.

Für die Bullen reicht ein kleiner Rebound nicht

Auf der Oberseite ist ebenfalls relativ klar, was passieren müsste, damit sich die Lage verbessert.

Der erste Schritt wäre eine nachhaltige Rückkehr über den Bereich von 51.647 bis 51.700 Punkten.

Dort verläuft nicht nur der 20-Tage-Durchschnitt, sondern gleichzeitig beginnt in diesem Bereich auch die nächste Widerstandszone. Ein Anstieg darüber würde das kurzfristige Bild etwas entspannen.

Für ein wirklich stärkeres Signal wäre das aber noch nicht genug.

Der Dow Jones müsste anschließend auch die Ichimoku-Wolke zurückerobern und über den Bereich zwischen etwa 52.409 und 52.545 Punkten steigen.

Der entscheidende Befreiungsschlag wäre dann ein Tagesschluss über dem 50-Tage-Durchschnitt bei rund 52.659 Punkten.

Erst dann würde das aktuell bearishe Chartbild ernsthaft infrage gestellt.

Solange das nicht gelingt, bleiben Kursanstiege anfällig dafür, lediglich technische Gegenbewegungen innerhalb eines übergeordnet schwächeren Trends zu sein.

Genau hier liegt derzeit die Gefahr.

Nach stärkeren Rückgängen sehen Rebounds schnell nach Trendwende aus. Technisch ist das aber erst dann belastbar, wenn wichtige Widerstände zurückerobert werden.

RSI zeigt Schwäche, aber noch keine Panik

Auch der RSI liefert bislang noch kein extremes Signal.

Mit einem Wert von rund 37,7 zeigt der Indikator klar nachlassendes Momentum. Gleichzeitig befindet sich der Dow Jones damit noch nicht in einem stark überverkauften Bereich.

Das bedeutet: Die Schwäche ist sichtbar, aber aus technischer Sicht wäre durchaus noch weiteres Abwärtspotenzial vorhanden.

Für Anleger ist das wichtig, weil ein RSI unter Druck allein noch kein Kaufsignal darstellt.

Er zeigt lediglich, dass die jüngsten Kursverluste an Dynamik gewonnen haben.

Erst in Kombination mit einer stabilen Unterstützung und einer anschließenden Rückeroberung wichtiger Widerstände würde sich daraus ein überzeugenderes Rebound-Szenario ableiten lassen.

Jetzt entscheidet sich, wie tief die Korrektur geht

Unter dem Strich ist das Chartbild beim Dow Jones aktuell bearish bis neutral.

Solange der Index unter 51.647 Punkten bleibt, haben die Verkäufer kurzfristig die besseren Argumente.

Noch wichtiger ist aber die Zone darunter.

Ein Bruch der 200-Tage-Linie bei 50.593,3 Punkten würde das technische Bild deutlich verschlechtern und das Risiko erhöhen, dass der Dow Jones bis in den Bereich um 49.776,7 Punkte zurückfällt.

Auf der anderen Seite würde eine nachhaltige Rückkehr über 52.659 Punkte die aktuelle bearishe Interpretation deutlich abschwächen.

Genau deshalb ist die aktuelle Situation so interessant.

Der Dow Jones steht praktisch zwischen zwei klaren technischen Marken: unten die langfristig wichtige Unterstützung rund um die 200-Tage-Linie, oben ein dichter Block aus gleitenden Durchschnitten, Ichimoku-Wolke und SuperTrend.

Die nächste größere Bewegung dürfte davon abhängen, welche Seite zuerst nachgibt.

Hält die Unterstützung, könnte der Dow Jones zu einer Erholung ansetzen. Fällt sie, wäre der Weg für eine deutlich tiefere Korrektur geöffnet.

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und dem Finanzjournalismus und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Aktien und aktienbezogenen Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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