Die Dow Jones-Futures fielen um 0,54% auf nahe 49.400, wobei auch die S&P 500- und Nasdaq 100-Futures während der europäischen Handelszeiten am Donnerstag vor der regulären US-Eröffnung um 0,39% bzw. 0,36% unter 7.150 bzw. 27.000 zurückgingen.
Die US-Index-Futures gaben nach, da festgefahrene US-Iran-Friedensbemühungen die Risikostimmung belasteten. Berichten zufolge feuerte Iran am Mittwoch auf drei Schiffe in der Straße von Hormus und eskortierte zwei davon in iranische Gewässer, was eine weitere Eskalation darstellt, obwohl das Weiße Haus erklärte, dass die Beschlagnahmungen die Bedingungen des Waffenstillstands nicht verletzten.
Mohammad Bagher Ghalibaf, iranischer Parlamentspräsident und Chefunterhändler, erklärte, dass die Wiedereröffnung der Straße „unmöglich“ sei, solange die Vereinigten Staaten (US) und Israel mit dem, was er als „offensichtliche“ Verletzungen des Waffenstillstands bezeichnete, darunter die US-Blockade der Marine, fortfahren. Unterdessen sagte Präsident Donald Trump, dass der derzeitige Waffenstillstand auf unbestimmte Zeit bestehen bleibe, während Washington auf einen erneuten Friedensvorschlag aus Teheran warte.
Im regulären US-Handel am Mittwoch stieg der Dow Jones um 0,69%, während der S&P 500 und der Nasdaq 100 um 1,05% bzw. 1,64% zulegten und beide auf neue Rekordhochs schlossen. Die Markstimmung wurde durch eine starke Berichtssaison gestützt, wobei KI-verbundene Unternehmen als Teil einer Risikobereitschaft in spekulative Sektoren vorrückten und Chiphersteller wie Broadcom, AMD und Micron bemerkenswerte Gewinne verzeichneten.
Auf Unternehmensebene meldete IBM ein Ergebnis je Aktie von 1,91 USD und übertraf damit die Erwartungen von 1,87 USD. Boeing stieg um 5% nach der Meldung eines langsameren Cash-Burns. Apple legte um 2,3% zu, während Tesla ein Ergebnis je Aktie von 0,41 USD meldete, was den Prognosen entsprach.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.